Starke Zahlen, eine technologische Neuausrichtung und ein Kursplus von über 417 Prozent seit Januar. Bei Singulus Technologies scheint operativ alles nach Plan zu laufen. Im Hintergrund bereitet ein Großaktionär jedoch seinen vollständigen Rückzug vor — das sorgt für Spannung bei dem Maschinenbauer aus Kahl am Main.
Triumph stößt Aktienpaket ab
Die chinesische Triumph Science and Technology Group plant den Verkauf ihres Aktienpakets. Derzeit hält das Unternehmen rund 1,5 Millionen Papiere, was 16,75 Prozent des Grundkapitals entspricht. Triumph will diese Anteile gebündelt an einen Investor abgeben. Der Vollzug steht laut Unternehmensangaben noch aus.
Parallel dazu stockte Morgan Stanley auf. Die US-Investmentbank kontrolliert nun 3,26 Prozent der Anteile. Ob dieser Schritt mit den chinesischen Verkaufsplänen zusammenhängt, ist aus den vorliegenden Daten nicht belegbar.
Wachstum durch Perowskit
Operativ liefert Singulus handfeste Argumente für die aktuelle Kursrally. Das Unternehmen fokussiert sich im Solarsegment auf Anlagen für hocheffiziente Perowskit-Tandemsolarzellen. Im ersten Quartal 2026 verbuchte der Maschinenbauer hier einen weiteren Auftrag für eine Vakuum-Beschichtungsanlage.
Die Quartalszahlen untermauern diesen Trend. Der Umsatz kletterte um ein Drittel auf knapp 22 Millionen Euro. Das operative Ergebnis vervierfachte sich auf 2,2 Millionen Euro.
Besonders der Auftragseingang entwickelte sich dynamisch. Dieser Wert sprang im Auftaktquartal auf 28,8 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr 2026 peilt das Management rund 83 Millionen Euro Umsatz an.
Neue Finanzierung ersetzt Altschulden
Neben der operativen Neuausrichtung ordnete Singulus seine Finanzen neu. Ein ungenannter strategischer Partner half bei der umfassenden Refinanzierung der Altschulden. Eine neue besicherte Wandelanleihe ersetzt nun alte Kredite und Verbindlichkeiten.
Das neue Papier hat einen Nennbetrag von rund 3,5 Millionen Euro. Es läuft fünf Jahre und wird mit fünf Prozent verzinst. Die Folge: Ein Verwässerungsrisiko für bestehende Aktionäre bleibt bestehen.
Hohe Volatilität bleibt
An der Börse honorieren Investoren den operativen Turnaround. Am Freitag schloss die Aktie bei 7,58 Euro und notiert damit nur gut drei Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursgewinn auf über 417 Prozent.
Ein Selbstläufer ist die Aktie dennoch nicht. Mit einer annualisierten Schwankungsbreite von 84 Prozent bleibt Singulus ein hochvolatiler Small Cap. Die Identität des neuen Triumph-Käufers dürfte den nächsten großen Impuls für den Kurs liefern.
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