Die vergangene Handelswoche bei Sivers Semiconductors war extrem. Am Mittwoch berührte die Aktie ein 52-Wochen-Hoch von 10,23 Euro – am Freitag rauschte sie um fast 16 Prozent auf 6,70 Euro. Ein Rückgang von mehr als 34 Prozent innerhalb von zwei Tagen.
Drei Ereignisse ließen den Kurs einbrechen: Insiderverkäufe, ein vernichtender Auftritt eines Fondsmanagers im schwedischen Fernsehen und ein Short-Seller-Bericht. Richard Bråse von Protean Aktiesparfond Norden sprach am Donnerstag von einem „völlig unseriösen“ Management, das den Kurs mit „realitätsfernen Pressemitteilungen“ treibe.
Trotz des Freitag-Crashs steht die Aktie auf Wochensicht noch gut acht Prozent im Plus. Die Volatilität des Papiers liegt annualisiert bei 247 Prozent – ein Spiegelbild der fundamentalen Ungewissheit.
Der GlobalFoundries-Deal als Kurstreiber
Am 2. Juni verkündete Sivers eine strategische Partnerschaft mit GlobalFoundries. Die Laser-Arrays des schwedischen Photonik-Spezialisten sollen in Referenzdesigns für KI-Infrastruktur einfließen – ein vielversprechender Markt. Der Kurs schoss nach oben.
Konkrete finanzielle Prognosen blieb die Mitteilung jedoch schuldig. Die Analysten von Redeye, die ein Kursziel von umgerechnet 6,20 Euro nennen, bewerteten die Nachricht als positiv, aber nicht als Game-Changer.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Sivers Semiconductors?
Short Seller, Insider und Ermittler
Der Druck auf die Aktie kam von mehreren Seiten gleichzeitig. Der Short Seller Ningi Research warf dem Unternehmen aggressive Umsatzverbuchung vor und bezifferte fragwürdige Erlöse auf umgerechnet rund 31 Prozent des gemeldeten Gesamtumsatzes 2025. Es sind Vorwürfe eines Leerverkäufers – keine behördlichen Feststellungen –, aber sie trafen den Nerv.
Der Leiter des Wireless-Geschäfts, Harish Krishnaswamy, verkaufte seinen gesamten Aktienbesitz im Wert von rund 100 Millionen Schwedischen Kronen. Auch der institutionelle Investor Cicero Fonder löste sein komplettes Paket von 5,75 Millionen Aktien auf. Eine Wertvernichtung von umgerechnet 452 Millionen Kronen.
Die schwedische Staatsanwaltschaft ermittelt zudem wegen eines mutmaßlichen Informationslecks: Der Kurs war rund 48 Stunden vor der offiziellen Ankündigung einer geplanten Zweitnotierung an der Nasdaq in New York massiv gestiegen. Staatsanwalt Jonas Myrdal sprach von einem „markanten“ Muster, das an frühere Pump-and-Dump-Fälle erinnere.
Indexaufnahmen als Gegengewicht
Positiv wirkten die Aufnahmen in den OMX Stockholm Benchmark Index und den MSCI Sweden Small-Cap. Indexfonds mussten umschichten, was für technischen Kaufdruck sorgte. Gleichzeitig stieg der Short-Interest auf 17 Prozent des Free Float – von nur 1,6 Prozent im März. Nordea erhöhte die Margen für dreifach gehebelte Zertifikate auf über 228 Prozent.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Sivers Semiconductors?
Die Zahlen hinter der Volatilität
Im ersten Quartal fiel der Nettoumsatz um 22 Prozent auf 61,9 Millionen Kronen. Das bereinigte EBITDA war negativ, der operative Cashflow betrug minus 49,2 Millionen Kronen. Belastend wirkten der美国政府 Shutdown im vierten Quartal 2025 und ein ungünstiger Wechselkurs.
Dennoch: Die qualifizierte Opportunity Pipeline stieg um 77 Prozent auf umgerechnet rund 799 Millionen US-Dollar. CEO Vickram Vathulya verweist auf die starke Nachfrage aus KI-Infrastruktur und Satellitenkommunikation. Das Management hält an der Umsatzwachstumsprognose für 2026 fest und erwartet langfristig eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 25 bis 30 Prozent ab 2027.
Hauptversammlung am 15. Juni als Lackmustest
Der nächste entscheidende Termin ist der 15. Juni. Die Hauptversammlung stimmt über die Ausgabe von bis zu 53,8 Millionen neuen Aktien ab – eine mögliche Verwässerung von rund 15 Prozent. Das Geld soll für organisches Wachstum, mögliche Übernahmen und die Nasdaq-Notierung dienen.
Die HV wurde auf Juni verschoben, um die Prüfung nach US-Rechnungslegungsstandards abzuschließen – eine Voraussetzung für das Dual Listing in New York. Dieser Prozess hat bereits Neubewertungen der Bilanzen 2024 und 2025 erzwungen und tiefere Verluste offengelegt.
Das Votum wird zeigen, wie viel Vertrauen die institutionellen Anleger noch in einen Titel haben, der in einer Woche zwischen Allzeithoch und Ausverkauf pendelte.
Sivers Semiconductors-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Sivers Semiconductors-Analyse vom 6. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Sivers Semiconductors-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Sivers Semiconductors-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 6. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Sivers Semiconductors: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

