Nach dem Auslaufen der Lock-up-Vereinbarungen am 16. Juli kam es bei Sivers Semiconductors in dieser Woche zu einer Serie von Insidertransaktionen mit gegensätzlichen Vorzeichen.
Während Vorstandschef Vickram Vathulya 70.000 Aktien zukaufte, trennte sich Verwaltungsratsvorsitzender Bami Bastani von 275.000 Aktien und spendete weitere 60.000 Stück für wohltätige Zwecke. Gesellschaften, die mit Verwaltungsratsmitglied Todd Thomson verbunden sind, verkauften zudem 950.000 Aktien.
Die Transaktionen fallen in eine Phase, in der Sivers Semiconductors zu den auffälligsten Werten im europäischen Technologiesektor zählt. Der Aktienkurs schloss am Freitag bei 3,83 Euro, ein Plus von 5,2 Prozent auf Tagessicht.
Über 30 Tage steht ein Zuwachs von 8,0 Prozent zu Buche, auch wenn der Titel weiterhin 23 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 4,95 Euro notiert und rund 63 Prozent vom 52-Wochen-Hoch entfernt bleibt, das am 3. Juni 2026 bei 10,23 Euro markiert wurde.
Steuerlast als Folge des Kurssprungs
Der gemischte Umgang von Führungskräften mit ihren Aktienpaketen dürfte auch mit einer bilanziellen Sonderbelastung zusammenhängen, die das Unternehmen ebenfalls in dieser Woche offenlegte: Für das zweite Quartal 2026 rechnet Sivers Semiconductors mit einer nicht zahlungswirksamen Belastung durch Sozialabgaben in Höhe von 42,9 Millionen schwedischen Kronen.
Ursache ist die Neubewertung von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen, nachdem der Aktienkurs im Quartalsverlauf von 10,71 auf 63,15 schwedische Kronen gestiegen war – ein Anstieg, der auch die jüngste Kapitalerhöhung mit einschließt, in deren Zuge die Aktie binnen rund zwei Wochen um 39,2 Prozent zulegte.
Ergänzend übte die Investmentgesellschaft Bootstrap Europe IV SCSp sämtliche ausstehenden Warrants aus und zeichnete 1.659.015 neue Stammaktien zu einem Preis von 4,53 schwedischen Kronen je Aktie. Dem Unternehmen fließen daraus Erlöse von umgerechnet rund 7,5 Millionen schwedischen Kronen zu.
Umsatzverschiebung ins zweite Halbjahr
Neben den Insidergeschäften musste Sivers Semiconductors einräumen, dass ein Teil der ursprünglich für das erste Halbjahr 2026 erwarteten Umsätze sich ins zweite Halbjahr verschiebt. Als Gründe nannte das Unternehmen Terminverschiebungen bei Kundenprojekten sowie Verzögerungen bei der Genehmigung von US-Regierungsbudgets. Diese Verschiebung dürfte bei den Quartalszahlen, die für den 27. August angekündigt sind, im Fokus der Anleger stehen.
Auf der Short-Seite zeigt sich unterdessen eine Verschiebung der Positionierung: Jane Street ist seit Anfang August nicht mehr als öffentlicher Leerverkäufer bei Sivers Semiconductors registriert, während D. E. Shaw zeitgleich als neuer Shortseller aufgetreten ist.
Der Wechsel unterstreicht, wie unterschiedlich institutionelle Investoren die weitere Kursentwicklung nach der jüngsten Rally einschätzen – bei einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 170 Prozent bleibt die Aktie ein Terrain für risikofreudige Anleger.
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