Die Aktie von Sivers Semiconductors zeigt sich zum Wochenschluss außergewöhnlich lebendig. Am heutigen Freitag legt das Papier um 13,64 Prozent auf 3,75 Euro zu, nachdem es am Donnerstag noch bei 3,30 Euro geschlossen hatte. Über die vergangenen sieben Handelstage summiert sich der Kursgewinn auf 36,07 Prozent. Hintergrund der jüngsten Bewegung ist eine Mischung aus einer millionenschweren Kapitalerhöhung, dem Auslaufen einer Sperrfrist für Insider und anhaltenden rechtlichen Fragezeichen, die den schwedischen Halbleiterhersteller seit dem Frühsommer begleiten.
Lock-up-Frist ausgelaufen, Insider trennen sich von Aktien
Sivers Semiconductors teilte am 21. Juli mit, dass eine im April vom Board beschlossene Sperrfrist für Führungspersonen abgelaufen ist. Diese Lock-up-Verpflichtung stand im Zusammenhang mit einer gerichteten Aktienemission und untersagte Verkäufe bis zum 16. Juli. Unmittelbar nach Ablauf der Frist nutzten mehrere Insider den Spielraum. Board-Vorsitzender Bami Bastani verkaufte 275.000 Aktien, spendete 60.000 Stück an gemeinnützige Organisationen und übertrug weitere 70.000 Aktien an Familienmitglieder. Er hält nach den Transaktionen noch 381.360 Aktien.
Auch im Umfeld von Board-Mitglied Todd Thomson kam Bewegung ins Depot: Die ihm zuzurechnende Gesellschaft Kairos Ventures sowie Headwaters Capital LLC veräußerten bis zum 22. Juli insgesamt 950.000 Aktien, die ursprünglich aus dem Verkauf von Mixcomm an Sivers im Jahr 2022 stammten, und stifteten zusätzlich 50.000 Aktien für wohltätige Zwecke. Thomson bleibt mit 477.027 Aktien dennoch der größte Anteilseigner im Board.
Kapitalerhöhung als Treiber der Rally
Die aktuelle Kursstärke steht auch im Kontext einer im Sommer durchgeführten Kapitalmaßnahme. Anfang Juli beschloss der Board eine gerichtete Emission von 12.280.701 Stammaktien zu einem Preis von 57 schwedischen Kronen pro Aktie, was Erlösen von rund 700 Millionen Kronen entspricht. Die Emission war laut Unternehmensangaben mehrfach überzeichnet, schwedische und internationale institutionelle Investoren beteiligten sich. Die Mittel sollen in den Ausbau der Fertigungskapazitäten für InP-Laser und optische Verstärker fließen, die für das Geschäft mit KI-Rechenzentren und Automotive-LiDAR-Anwendungen relevant sind, sowie in Feld- und Forschungsressourcen.
Das unabhängige Research-Haus SEQH Capital Partners wies darauf hin, dass sich die Aktienzahl von Sivers zwischen dem 15. Juni und dem 3. Juli von rund 320 Millionen auf mehr als 355 Millionen erhöhte – ein Anstieg von etwa 11 Prozent innerhalb von etwas mehr als einer Woche. Als Ursache nannte das Haus neben der marktpreisorientierten Kapitalerhöhung eine separate vertragliche Wandlung von Schulden aus früheren Refinanzierungsvereinbarungen. Für Anleger bedeutet das eine spürbare Verwässerung, die dem Kursanstieg gegenübersteht.
Rechtliches Risiko bleibt im Raum
Parallel zur operativen Entwicklung schwelt ein rechtliches Verfahren im Hintergrund. Die Kanzlei Rosen Law Firm kündigte Anfang Juni eine Untersuchung möglicher Wertpapieransprüche von Sivers-Aktionären an. Auslöser war ein Bericht des Short-Sellers Ningi Research, der dem Unternehmen vorwarf, eine „auf spekulativen Hyperscaler-Beziehungen aufgebaute, von Kleinanlegern getriebene Kursrally“ mit einer „fabrizierten Engpass-Erzählung“ befeuert zu haben. Die an der US-OTC-Börse gehandelten Papiere von Sivers verloren an jenem Tag 9,2 Prozent. Zum aktuellen Stand der Untersuchung liegen keine neueren Angaben vor.
Ausblick: Zahlen und Notierungspläne
Unternehmensseitig bestätigte Sivers Semiconductors, den Zwischenbericht für das zweite Quartal 2026 am 27. August vor Handelsbeginn an der Nasdaq Stockholm zu veröffentlichen. Ab dem 28. Juli gilt gemäß der EU-Marktmissbrauchsverordnung eine geschlossene Periode bis zur Publikation. Der nächste Zwischenbericht ist für den 26. November terminiert. Medienberichten zufolge soll eine zusätzliche Notierung an der Nasdaq in den USA zwischen Ende 2026 und Anfang 2027 erfolgen – ein Schritt, für den das Unternehmen bereits im Juli Anpassungen an seinen Finanzberichtsprozessen mit Blick auf künftige PCAOB-Prüfungsanforderungen ankündigte. Auf der Hauptversammlung im Juni wählten die Aktionäre zudem Joakim Nideborn und Helena Svancar neu in den Board, Nideborn übernahm den Posten des Vizevorsitzenden. Zugleich erteilten die Aktionäre dem Board eine Ermächtigung zur Ausgabe weiterer Aktien, Warrants oder Wandelanleihen im Umfang von rund 15 Prozent des aktuellen Grundkapitals und billigten ein besichertes Wandeldarlehen, das von Bootstrap Europe 4.0 S.à r.l. gezeichnet wurde.
Sivers Semiconductors-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Sivers Semiconductors-Analyse vom 7. August liefert die Antwort:
Die neusten Sivers Semiconductors-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Sivers Semiconductors-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 7. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Sivers Semiconductors: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

