Sivers Semiconductors bereitet den Sprung an die US-Börse vor und ordnet dafür seinen Finanzkalender neu. An der Börse verpufft diese strategische Nachricht allerdings völlig. Die Aktie setzt ihre rasante Talfahrt unbeirrt fort.

Umbau für die Wall Street

Der schwedische Konzern verschiebt die Veröffentlichung seiner kommenden Quartalsberichte. Das Zahlenwerk für das zweite Quartal erscheint nun erst am 27. August. Die Resultate für das dritte Quartal folgen Ende November.

Das Management nutzt die zusätzliche Zeit für einen internen Umbau. Sivers Semiconductors strebt ein Dual-Listing in den USA an und muss dafür die strengen amerikanischen PCAOB-Prüfungsstandards erfüllen. CEO Vickram Vathulya passt die internen Kontrollprozesse aktuell an das geplante Wachstum an.

Aktie im freien Fall

Anleger honorieren die strategischen Pläne bislang nicht. Die Sivers-Aktie notiert aktuell bei 3,50 Euro. Allein in den vergangenen vier Wochen brach der Kurs um knapp 52 Prozent ein.

Die Folge: ein extremer Kursverfall. Die Aktie notiert gut 65 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von Anfang Juni. Auch der 50-Tage-Durchschnitt von 6,21 Euro liegt mittlerweile in weiter Ferne.

Dabei bedient das Unternehmen operativ absolute Wachstumsmärkte. Sivers liefert spezialisierte Photonik- und Wireless-Lösungen für KI-Rechenzentren, Satellitenkommunikation und Rüstungsgüter. Diese energieeffizienten Laser- und Funktechnologien treffen grundsätzlich auf eine hohe Branchennachfrage.

Der neue Finanzkalender schafft nun zumindest zeitliche Klarheit. Die nächste Bewährungsprobe folgt am 27. August mit den Zahlen für das zweite Quartal. Das Management muss dann beweisen, dass die ambitionierten US-Börsenpläne auch operativ untermauert sind.