Nach einem Kursanstieg von rund 76 Prozent in nur einem Monat hat Sivers Semiconductors auf seiner Hauptversammlung die Weichen neu gestellt. Die Aktie schloss die Woche bei 8,65 Euro — ein Wochenplus von 3,28 Prozent, trotz eines leichten Rücksetzers am Freitag.

Hauptversammlung bringt Führungswechsel

Am 15. Juni stimmten die Aktionäre dem Jahresabschluss 2025 zu. Eine Dividende gibt es nicht — der Vorstand hatte das so empfohlen, die Aktionäre folgten.

Wichtiger war die Neubesetzung im Aufsichtsgremium. Bami Bastani bleibt Vorsitzender. Neu hinzu kommen Helena Svancar und Joakim Nideborn. Nideborn übernimmt direkt das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden.

Anreizprogramme vorerst auf Eis

Auffällig war ein Schritt, den das neue Gremium noch während der Hauptversammlung vollzog: Es zog drei Tagesordnungspunkte zurück. Konkret handelte es sich um geplante Mitarbeiter-Incentivprogramme.

Die Begründung: Der neu zusammengesetzte Vorstand will die Programme erst prüfen, bevor sie erneut zur Abstimmung kommen. Das ist eine nachvollziehbare Entscheidung — aber sie zeigt auch, dass die neue Führung zunächst eigene Akzente setzen will, bevor langfristige Vergütungsstrukturen festgezurrt werden.

Technische Lage nach dem Kurssprung

Der Kurs liegt rund 15 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 10,23 Euro, das Anfang Juni erreicht wurde. Der RSI von 60,5 signalisiert keine überhitzte Lage mehr — die parabolische Aufwärtsbewegung hat sich abgekühlt.

Wer den Kontext kennt, versteht die Nervosität mancher Investoren: Die annualisierte Volatilität liegt bei über 236 Prozent. Das ist kein Kurs für schwache Nerven.

Operativ läuft das Geschäft. Sivers hat Produktionsaufträge für Ka-Band-Beamforming-Schaltkreise erhalten — ein Bereich, in dem das Unternehmen mit seiner mmWave- und Photonik-Sparte aktiv ist. Der nächste Datenpunkt kommt im August: Dann veröffentlicht Sivers den Zwischenbericht für das zweite Quartal 2026.