Die Aktie von Sivers Semiconductors bricht am heutigen Mittwoch um 8,52 Prozent ein und rutscht auf 3,16 Euro ab. Erst am Dienstag hatte das Papier noch mit 3,45 Euro geschlossen. Der jüngste Ausschlag reiht sich in eine Woche voller heftiger Bewegungen ein: Auf Sicht von sieben Tagen steht für die Aktie noch immer ein Plus von 30,20 Prozent zu Buche. Der schwedische Halbleiterentwickler bleibt damit einer der volatilsten Werte an den nordischen Börsen.
Neuer Leerverkäufer meldet Position
Mitten in diese Rally platzt eine Meldung, die bei Anlegern für Aufmerksamkeit sorgt: Der US-Handelshaus D. E. Shaw & Co. ist als neuer öffentlicher Leerverkäufer in Sivers Semiconductors aufgetreten. Das Unternehmen meldete am Dienstag eine Netto-Short-Position von 0,59 Prozent der Aktien. Für ein Papier, das binnen weniger Wochen extreme Kursausschläge in beide Richtungen gezeigt hat, ist ein solcher Einstieg eines institutionellen Leerverkäufers ein Signal, das die Nervosität am Markt zusätzlich befeuern dürfte.
Kleinanleger kaufen, Profis verkaufen
Besonders auffällig ist die Gegenläufigkeit zwischen Privatanlegern und institutionellen Investoren. Bei den schwedischen Online-Brokern Avanza und Nordnet ist die Zahl der Sivers-Aktionäre in diesem Jahr deutlich gestiegen: Bei Avanza kletterte sie von 16.000 auf 23.000, bei Nordnet von 1.900 auf 5.400. Zugleich zeigen sich die großen Vorsorgeeinrichtungen als Netto-Verkäufer. Schwedische Pensionsgesellschaften haben ihre Bestände im vergangenen halben Jahr um 83 beziehungsweise 97 Prozent reduziert, je nach Institut. Auf der anderen Seite des Handels stehen zunehmend ausländische Investoren: Der ausländische Anteilsbesitz an Sivers Semiconductors ist von 14,4 Prozent auf 80,8 Prozent gesprungen. Diese Verschiebung deutet darauf hin, dass ein erheblicher Teil der jüngsten Kursbewegungen von internationalen Marktteilnehmern getrieben wird, während lokale Profi-Anleger Kasse machen.
Diese Gemengelage erklärt auch die extreme Schwankungsbreite der Aktie. Die 30-Tage-Volatilität liegt bei annualisiert 178,76 Prozent – ein Wert, der Sivers Semiconductors weit außerhalb der Norm etablierter Technologiewerte positioniert. Der RSI von 43,3 signalisiert dabei aktuell keine extreme Überkauft- oder Überverkauft-Situation, was angesichts der jüngsten Ausschläge fast überrascht.
Bewertung bleibt unter Druck
Trotz der kräftigen Erholung der vergangenen Woche notiert die Aktie derzeit 41,80 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 5,42 Euro. Der Blick auf die mittelfristige Kursentwicklung zeigt zudem ein Minus von 25,14 Prozent über 30 Tage. Die Marktkapitalisierung beläuft sich umgerechnet auf 825,02 Millionen Euro – ein Betrag, der angesichts der jüngsten Schwankungen binnen Tagen erheblich variieren kann.
Für Anleger rückt nun der 27. August in den Fokus: An diesem Tag will Sivers Semiconductors seinen Quartalsbericht für das zweite Quartal vorlegen. Angesichts der aufgeheizten Stimmung rund um die Aktie, der neuen Short-Position von D. E. Shaw & Co. und der gegensätzlichen Bewegungen zwischen Klein- und Großanlegern dürfte dieser Termin mit besonderer Spannung erwartet werden. Bis dahin bleibt die Aktie ein Fall für risikofreudige Investoren, die mit weiteren zweistelligen Tagesausschlägen rechnen müssen.
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