Drei große Ereignisse in neun Tagen — für Sivers Semiconductors wird die zweite Mai-Hälfte zum Stresstest. Jahresbericht, Quartalszahlen und eine außerordentliche Hauptversammlung fallen eng zusammen. Das Timing ist kein Zufall, sondern Folge einer aufwendigen Prüfung nach US-Rechnungslegungsstandards.
Verzögerter Jahresbericht, komprimierter Kalender
Sivers hat die Veröffentlichung des Jahresberichts 2025 von Ende April auf den 15. Mai 2026 verschoben. Grund: Das Unternehmen lässt seine Konzernabschlüsse für 2024 und 2025 nach PCAOB-Standards prüfen — dem US-Regelwerk für börsennotierte Unternehmen. Hintergrund ist eine mögliche Zweitnotierung an der Nasdaq in New York.
Die Prüfung kann Anpassungen nach sich ziehen: Umsatzverschiebungen zwischen Perioden, Korrekturen bei Lagerbeständen und Änderungen bei Aktienoptionsprogrammen. Das Management betont, diese Korrekturen seien nicht wesentlich für die Gesamtbeurteilung der Finanzlage.
Fünf Tage nach dem Jahresbericht folgen am 20. Mai die Erstquartalszahlen 2026. Bereits am 11. Mai stimmen Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung über eine gerichtete Kapitalerhöhung von 125 Millionen schwedischen Kronen ab. Die ordentliche Hauptversammlung findet nun am 15. Juni statt — verschoben vom ursprünglichen Termin Ende Mai.
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Bewertung weit über Branchenschnitt
Der Jahresbericht trifft auf ein Unternehmen, dessen Bewertung bereits unter Beobachtung steht. Sivers wird zum 31-fachen Umsatz gehandelt. Der europäische Branchendurchschnitt liegt bei 4,1x, selbst der Peer-Durchschnitt kommt nur auf 17,5x.
Die Zahlen für 2025 zeigen Wachstum, aber kein profitables Geschäft. Der Nettoumsatz stieg um 25 Prozent auf 304 Millionen Kronen. Das bereinigte EBITDA blieb negativ, der Nettoverlust lag bei 186,5 Millionen Kronen.
Leerverkäufer und skeptische Experten
Kein Wunder, dass Leerverkäufer aufmerksam geworden sind. Insgesamt halten Short-Seller 6,43 Prozent der ausstehenden Aktien. Voleon Capital Management überschritt jüngst die europäische Meldepflichtgrenze mit einer Netto-Leerverkaufsposition von 0,53 Prozent.
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Photoniksexperte Richard Schatz erklärte öffentlich, er verstehe den Hype um Sivers nicht. Peter Andrekson, Professor an der Chalmers-Universität, wies darauf hin, dass die Co-Packaged-Optics-Technologie seit fünf bis sechs Jahren existiert — und dass Sivers in einem Markt agiert, der von deutlich größeren Playern dominiert wird.
Das unterstreicht Nvidias Ankündigung aus dem März: Der Chipriese investiert jeweils zwei Milliarden Dollar in die Photonik-Schwergewichte Lumentum und Coherent. Für Sivers verdeutlicht das den Abstand zu den Kapitalressourcen der Wettbewerber.
Jabil-Partnerschaft als Gegenargument
Auf der Habenseite steht eine konkrete Kundenbeziehung. Jabil entwickelt einen 1,6T-Empfänger für optische Transceiver auf Basis von Sivers‘ DFB-Lasern — Halbleiterlaser, die stabiles Licht für optische Kommunikation erzeugen.
Nach der Kapitalerhöhung gilt für das Unternehmen eine 180-tägige Sperrfrist für neue Aktienausgaben. Vorstandsmitglieder sowie CEO und CFO haben sich verpflichtet, ihre Aktien 90 Tage lang nicht zu verkaufen. Ob der PCAOB-Jahresbericht am 15. Mai die Bewertung stützt oder weiter unter Druck setzt, entscheidet sich in weniger als zwei Wochen.
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