Sivers Semiconductors hat am Montag einen kräftigen Kurssprung hingelegt und schloss bei 4,05 Euro, ein Plus von 8,11 Prozent gegenüber dem Vortag. Über sieben Handelstage summiert sich der Anstieg auf 17,51 Prozent. Hinter der Bewegung steckt ein ungewöhnliches Wechselspiel unter Leerverkäufern, das die Aktie in den vergangenen Tagen in Bewegung gehalten hat.

Leerverkäufer wechseln die Fronten

Der US-Handelsdienstleister D. E. Shaw ist am 4. August erstmals als meldepflichtiger Leerverkäufer bei Sivers Semiconductors aufgetaucht und hielt zu diesem Zeitpunkt eine Shortposition von 0,59 Prozent des Grundkapitals, umgerechnet fast 2,1 Millionen Aktien. Einen Tag später baute Jane Street seine eigene Shortposition auf 0,51 Prozent aus, was rund 1,81 Millionen Aktien entsprach.

Bereits am 7. August drehte Jane Street jedoch komplett um: Der Handelsdienstleister reduzierte seine Position unter die Meldeschwelle von 0,5 Prozent und ist damit laut einer Pflichtmitteilung an die schwedische Finanzaufsichtsbehörde kein öffentlich gemeldeter Leerverkäufer mehr.

Ein derart schneller Rückzug binnen weniger Tage deutet auf Positionsauflösung unter Druck hin und dürfte den jüngsten Kursanstieg zusätzlich befeuert haben.

Rückenwind von Analystenseite

Parallel zur Short-Bewegung sorgte am 6. August eine Analystenstimme für Auftrieb. Sivers Semiconductors erhielt eine Einstufung als „Speculative Buy“ bei einem aktuellen Kurs von 37 schwedischen Kronen und einem Kursziel von 52 schwedischen Kronen.

Die Einschätzung verweist auf ein hohes Ausführungsrisiko, sieht zugleich aber deutliches Aufwärtspotenzial aus dem laufenden Produktionshochlauf in den Bereichen LiDAR, ALL.SPACE und AI-Optik.

Ergänzend bewertete ein KI-gestütztes Analysemodell die Aktie am 8. August mit 6 von 10 Punkten, was einer neutralen „Hold“-Einstufung entspricht und gemischte Signale aus Cashflow-Entwicklung und technischer Volatilität widerspiegelt.

Insider-Verkäufe und wachsende Aktienzahl

Auf der Eigentümerseite zeigt sich ein uneinheitliches Bild. Nach Ablauf der Lock-up-Vereinbarungen für Vorstand und Management veräußerte Verwaltungsratsvorsitzender Bamdad Bastani am 16. Juli 275.000 Aktien.

Unabhängiger Direktor Todd Thomson verkaufte über Headwaters Capital LLC zunächst 676.182 Aktien zu 3,55 schwedischen Kronen und wenig später weitere 323.818 Aktien zu 3,76 schwedischen Kronen. Im Gegensatz dazu erhöhte CEO Vickram Vathulya seinen Bestand um 70.000 zusätzliche Aktien – ein Signal, das gegenläufig zu den übrigen Insiderverkäufen steht.

Zugleich wuchs die Aktienbasis spürbar: Zum 31. Juli zählte Sivers Semiconductors 355.081.317 Stamm- und Stimmrechtsaktien, nachdem eine gerichtete Aktienemission von 12.280.701 Aktien sowie die Wandlung eines Wandeldarlehens in 22.847.044 neue Aktien für Bootstrap Europe IV SCSp abgeschlossen wurden. Die Verwässerung dürfte bestehenden Aktionären nicht entgangen sein.

Blick auf die Halbjahreszahlen

Operativ bleibt das Bild durchwachsen. Im ersten Quartal 2026 meldete Sivers Semiconductors einen Umsatzrückgang um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 61,9 Millionen schwedische Kronen bei einem bereinigten EBITDA von minus 13,8 Millionen schwedischen Kronen. Positiv fiel dagegen die Auftrags-Pipeline auf, die auf nahezu 800 Millionen US-Dollar anwuchs.

Ob sich dieser Trend fortsetzt, zeigt sich am 27. August, wenn Sivers Semiconductors seinen Zwischenbericht für das zweite Quartal 2026 vor Handelsbeginn an der Nasdaq Stockholm veröffentlicht. Angesichts der hohen annualisierten Volatilität der Aktie dürfte dieser Termin für weitere Kursausschläge sorgen.