Sivers Semiconductors sendet ein gemischtes Signal. Das erste Quartal fällt schwächer aus, weil US-Budgets Projekte verschieben. Parallel dazu wächst die Pipeline kräftig, während die Aktie in wichtige Indizes rückt. Genau diese Mischung macht den Wert derzeit schwer zu lesen.
US-Haushalt bremst den Umsatz
Der Nettoumsatz sank im Auftaktquartal auf 61,9 Mio SEK. Das entspricht einem Rückgang um 22 Prozent. Im Vorjahresquartal hatte Sivers noch 78,9 Mio SEK umgesetzt.
Der Rückgang kommt nicht aus dem Kerngeschäft allein. Das Management verweist vor allem auf den Regierungsstillstand in den USA Ende 2025. Danach verzögerten sich Freigaben für Verteidigungsbudgets, wodurch erwartete Projekte in die zweite Jahreshälfte 2026 rutschen.
Auch Wechselkurse drückten auf das Ergebnis. Das bereinigte EBITDA verschlechterte sich auf minus 13,8 Mio SEK. Unter dem Strich stand ein Verlust von 42,7 Mio SEK.
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Ein Gegengewicht liefert die Vertriebspipeline. Sie stieg seit Jahresbeginn um 77 Prozent auf 799 Mio Dollar. Das zeigt: Die Nachfrage ist nicht verschwunden, sie kommt nur später.
Kapitalmaßnahme verändert Aktienstruktur
Nach Abschluss der gerichteten Aktienemission liegt die Gesamtzahl der Aktien bei 319.953.572. Davon entfallen 305.154.751 auf Stammaktien. Weitere 14.798.821 sind C-Aktien.
Die Emission umfasste 8.620.000 Stammaktien zu je 14,50 SEK. Der Verwaltungsrat hatte die Maßnahme im April beschlossen. Die außerordentliche Hauptversammlung stimmte am 11. Mai zu.
Die Gesamtzahl der Stimmen liegt nun bei rund 306,6 Mio. Für bestehende Aktionäre ist das relevant, weil sich die Kapitalstruktur sichtbar verändert hat.
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Nasdaq-Plan trifft auf hohe Volatilität
Sivers prüft weiter eine Zweitnotiz an der Nasdaq in New York. Dafür richtet das Unternehmen seine Finanzberichte an den Standards des Public Company Accounting Oversight Board aus. Das ist ein wichtiger Schritt, wenn der US-Kapitalmarkt stärker erschlossen werden soll.
Operativ setzt Sivers auf KI-Rechenzentren und Satellitenkommunikation. Die Partnerschaft mit Win Semiconductor soll mehr Kapazität schaffen und den Investitionsdruck senken. Für das STAR-Projekt im Bereich elektronische Kampfführung erhielt Sivers eine Finanzierungsverlängerung über 6,6 Mio Dollar.
Die Aktie ging am Freitag in Schweden bei 72,90 SEK aus dem Handel. Der Leerverkaufsdruck bleibt ein zentraler Belastungsfaktor. Anfang der Woche lag das Short Interest bei rund 17 Prozent der frei handelbaren Aktien.
Ab 1. Juni kommt die Aktie in den OMX Stockholm Benchmark Index und in den MSCI-Small-Cap-Index. Am 15. Juni folgt die Hauptversammlung. Die Gesellschaft hatte den Termin von Ende Mai verschoben, um Prüfungsarbeiten für die US-Listing-Pläne abzuschließen.
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