Snap meldet sich mit einem Paukenschlag zurück. Der Social-Media-Konzern übertrifft die Erwartungen an der Wall Street deutlich. Vor allem die Erholung im Werbegeschäft und ein starkes Abo-Wachstum treiben den Kurs nach oben.

Werbegeschäft und Abos treiben den Umsatz

Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 19 Prozent auf 1,6 Milliarden US-Dollar. Damit übertraf Snap das obere Ende der eigenen Prognose. Das Kerngeschäft mit Werbung wuchs parallel dazu um 9 Prozent.

Besonders beeindruckend entwickelte sich das Geschäft jenseits klassischer Anzeigen. In dieser Sparte schoss der Erlös um 85 Prozent nach oben. Sie spülte 316 Millionen Dollar in die Kassen.

Nutzerzahlen schlagen Prognosen

Weltweit greifen täglich 493 Millionen Menschen auf den Dienst zu. Analysten hatten lediglich mit 487 Millionen gerechnet. Neue KI-Werkzeuge namens „Smart Campaigns“ halfen dabei, die Effizienz für Werbekunden zu steigern.

Die Konversionen auf der Plattform kletterten durch diese Technik um 56 Prozent. Im gleichen Schritt sanken die Kosten pro Kauf für die Werbekunden deutlich. Snap investiert massiv in maschinelles Lernen, um diesen technologischen Vorsprung zu halten.

Neuer Fokus auf Profitabilität

Der Nettoverlust verringerte sich auf 164 Millionen Dollar. Vor einem Jahr lag das Minus noch bei 263 Millionen Dollar. Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) vervielfachte sich auf 250 Millionen Dollar.

CEO Evan Spiegel richtet die Strategie nun neu aus. Der freie Cashflow je Aktie wird zur zentralen Steuerungsgröße. Damit will das Unternehmen die Verwässerung der Anteile bekämpfen. Ab 2027 plant der Konzern dauerhafte Gewinne nach GAAP-Standard.

Snap rechnet für das nächste Quartal mit einem weiteren Umsatzplus auf bis zu 1,74 Milliarden Dollar. Ein wichtiger Termin folgt im September mit der Vorstellung der neuen „Spectacles“-Brille. Nach dem Kurssprung auf 4,95 Euro wirkt die Aktie mit einem RSI von 72,2 kurzfristig überkauft.