Snap Aktie: Gewinn überrascht

Snapchat-Betreiber meldet überraschenden Quartalsgewinn, doch der verhaltene Kursverlust spiegelt Sorgen um den schwächeren Umsatzausblick und rückläufige Nutzerzahlen im Kernmarkt wider.

Snap Aktie
Kurz & knapp:
  • Überraschender Gewinn statt erwartetem Verlust
  • Umsatzprognose für Q1 2026 unter Analystenerwartungen
  • Tägliche Nutzer in Nordamerika gehen zurück
  • Snapchat+ Abonnenten wachsen um 71 Prozent

Die Aktie von Snap verlor gestern im nachbörslichen Handel 3,36 Prozent auf 6,10 Dollar – obwohl das Unternehmen überraschend schwarze Zahlen schrieb. Der Snapchat-Betreiber meldete für das vierte Quartal 2025 einen Gewinn von 0,03 Dollar je Aktie, während Analysten mit einem Verlust von 0,03 Dollar gerechnet hatten. Auch beim Umsatz lag Snap mit 1,72 Milliarden Dollar über den Erwartungen von 1,70 Milliarden Dollar.

Die verhaltene Marktreaktion deutet auf Skepsis bezüglich der weiteren Wachstumsperspektiven hin. Denn während die Quartalszahlen solide ausfielen, enttäuschte der Ausblick: Für das laufende erste Quartal 2026 rechnet das Management mit Erlösen zwischen 1,50 und 1,53 Milliarden Dollar – etwas unter der Analystenschätzung von 1,55 Milliarden Dollar.

Nutzerzahlen mit Licht und Schatten

Die monatlich aktiven Nutzer stiegen um sechs Prozent auf 946 Millionen und nähern sich damit der Milliardenmarke. Allerdings zeigt sich ein Problem in Nordamerika, dem profitabelsten Markt: Die täglich aktiven Nutzer sanken dort von 98 Millionen im dritten Quartal auf 94 Millionen im Schlussquartal 2025. Global betrachtet legten die täglich aktiven Nutzer nur um fünf Prozent auf 474 Millionen zu.

Positiv entwickelte sich der durchschnittliche Umsatz je Nutzer: Er kletterte von 3,44 auf 3,62 Dollar. Besonders stark wuchs das Geschäft außerhalb Nordamerikas – Europa legte um 19 Prozent zu, der Rest der Welt um 16 Prozent. In der Heimatregion betrug das Plus lediglich sechs Prozent.

Abo-Dienst und AR als Hoffnungsträger

Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) verbesserte sich deutlich von 276 Millionen auf 358 Millionen Dollar. Die entsprechende Marge weitete sich von 18 auf 21 Prozent aus. Snap generierte einen operativen Cashflow von 270 Millionen Dollar und einen freien Cashflow von 206 Millionen Dollar.

Ein Wachstumstreiber bleibt das Abo-Modell Snapchat+: Die Abonnentenzahl schnellte um 71 Prozent auf 24 Millionen hoch, die Erlöse in der Kategorie „Sonstige Umsätze“ stiegen um 62 Prozent auf 232 Millionen Dollar. Zudem erhöhte sich die Zahl der Werbekunden um 28 Prozent.

Das Unternehmen setzt weiterhin auf Augmented Reality und künstliche Intelligence. Über 450.000 Entwickler haben mehr als fünf Millionen AR-Linsen erstellt, täglich interagieren Nutzer acht Milliarden Mal mit diesen Funktionen. CEO Evan Spiegel kündigte für 2026 die nächste Generation der Specs-AR-Brille an. Parallel genehmigte der Verwaltungsrat ein neues Aktienrückkaufprogramm über 500 Millionen Dollar.

Ein Dämpfer kam aus Australien: Snap musste aufgrund neuer Altersbeschränkungen mehr als 400.000 Accounts löschen, da Nutzer dort mindestens 16 Jahre alt sein müssen. Zudem knickte der Preis pro tausend Impressionen (eCPM) um acht Prozent ein – ein Hinweis auf anhaltenden Wettbewerbsdruck im Anzeigengeschäft.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.