Stärkstes Umsatzwachstum seit acht Quartalen, der größte Erwartungsübertreffer seit sechs Quartalen — Snowflake hat mit seinen Q1-Ergebnissen für das Geschäftsjahr 2027 einige Analysten überrascht. Der Kurs reagierte vorbörslich mit einem deutlichen Sprung.

KI als Wachstumstreiber

Der Kern der Geschichte ist das Produkt namens Cortex Code, kurz CoCo, das Snowflake im Februar 2026 startete. Seither beschleunigt sich der Verbrauch sowohl in klassischen Daten-Workloads als auch in KI-spezifischen Anwendungen spürbar. Das Quartalswachstum beim Produktumsatz zog auf 34 Prozent an — ein sequenzieller Sprung von rund 400 Basispunkten.

Das Management nutzte die starken Zahlen, um den Ausblick für das Gesamtjahr ebenfalls um 400 Basispunkte anzuheben. Neu erwartet wird ein Produktumsatzwachstum von rund 31 Prozent für das Geschäftsjahr 2027. Zur Einordnung: Cortex Code war in der ursprünglichen Guidance gar nicht eingepreist.

Analysten ziehen nach

Der Quartalsausweis löste eine Welle von Kurszielerhöhungen aus. Die Bandbreite der aktuellen Analysten-Kursziele liegt zwischen 275 und 300 Dollar:

  • Truist Securities: 275 Dollar (Buy)
  • Piper Sandler: 295 Dollar
  • KeyBanc: 285 Dollar
  • Scotiabank: 285 Dollar
  • TD Cowen: 300 Dollar (Buy, Top Pick)
  • Stifel: 300 Dollar
  • Needham: 300 Dollar

TD Cowen hob Snowflake auf seine Top-Pick-Liste und sieht das Unternehmen auf dem Weg zur zentralen Steuerungsebene für KI-Agenten — einem Knotenpunkt, der Daten, Modelle und Workflows verbindet. Das wäre eine deutliche Erweiterung des bisherigen Rollenprofils als Cloud-Datenplattform.

Was die Rally trägt

Gesamtumsatz der vergangenen zwölf Monate: 4,68 Milliarden Dollar, ein Plus von 29 Prozent. Die Bruttomarge liegt bei 67 Prozent. Noch schreibt Snowflake keine Gewinne, doch mehrere Analysehäuser erwarten, dass das Unternehmen 2026 erstmals profitabel wird.

Neben dem AWS-Deal, der bereits bekannt war, kommen jetzt organische Impulse hinzu: neue KI-Anwendungsfälle lockern das Budget bei Bestandskunden, und der Onboarding-Prozess für neue Workloads wird nach Unternehmensangaben effizienter. Das dürfte den Konsumanstieg auf der Plattform weiter stützen.

Die nächste wichtige Wegmarke ist das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 — die Zahlen werden zeigen, ob sich das Wachstumstempo bei 34 Prozent stabilisiert oder noch weiter steigt.