SoftBank hat eine Euro-Anleihe vollständig vorzeitig zurückgezahlt. Die heute veröffentlichte Mitteilung dokumentiert einen abgeschlossenen Finanzierungsschritt, beseitigt aber nicht die Sorgen um die milliardenschwere KI-Strategie. Gleichzeitig belasten Berichte über ein niedrigeres Bewertungsziel bei OpenAI die Beteiligung. Für Anleger stehen damit Finanzierungskosten und Beteiligungswerte nebeneinander im Mittelpunkt.
Rückzahlung abgeschlossen, Finanzierungsrisiken bleiben
Nach Angaben von SoftBank erfolgten Rückzahlung und Kündigung gestern vollständig. Von den 2021 ausgegebenen Euro-Anleihen mit einem Kupon von 2,875 % und Fälligkeit am 6. Januar 2027 sind keine Papiere mehr ausstehend.
Damit ist diese konkrete Verpflichtung erledigt. Die Rückzahlung allein beantwortet allerdings nicht die Frage nach der Tragfähigkeit der gesamten KI-Finanzierung. Entscheidend bleibt auch, zu welchen Konditionen SoftBank Kapital aufnimmt und welche Werte den Verpflichtungen gegenüberstehen.
Wie groß diese Herausforderung ist, zeigt die Hochzinsanleiheemission von vor gut drei Wochen. Laut Nikkei lagen die Kupons der Fremdwährungsanleihen zwischen 7,125 und 9,750 %. Erlöse flossen in eine zusätzliche OpenAI-Investition über 10 Mrd. US-Dollar.
Die Anleihen stießen dabei auf starke Nachfrage. Das ist ein Gegenpol zu den Sorgen am Kreditmarkt: SoftBank konnte Kapital beschaffen, musste dafür aber hohe Kupons akzeptieren. Eine erfolgreiche Platzierung und günstige Finanzierung sind nicht dasselbe.
Zuvor aufgenommene Überbrückungskredite über insgesamt 40 Mrd. US-Dollar wurden dem Nikkei-Bericht zufolge vollständig vorzeitig zurückgezahlt. Fitch bewertete SoftBank im September mit BB+.
OpenAI-Bewertung setzt einen zweiten Maßstab
Neben den Finanzierungskosten rückt der Wert der OpenAI-Beteiligung in den Fokus. Eine niedrigere Zielbewertung für eine neue Finanzierungsrunde wäre dabei nicht automatisch ein bereits realisierter Verlust. Sie könnte jedoch die Erwartungen an den Beteiligungswert dämpfen.
Laut Financial Times senkte OpenAI sein Bewertungsziel von 1,4 auf 1,25 Billionen US-Dollar. Das Unternehmen will bis zu 30 Milliarden US-Dollar aufnehmen. Einige Investoren hatten den höheren Preis dem Bericht zufolge abgelehnt.
Die Runde war noch nicht abgeschlossen. Endgültige Bewertung und Zuteilung standen aus. Für SoftBank bleibt damit Unsicherheit: Die diskutierten Konditionen sind ein wichtiger Bewertungsmaßstab, aber noch kein endgültiges Transaktionsergebnis.
Zahlen als nächster Prüfstein
Die angekündigte Zahlenveröffentlichung am 9. November 2026 wird zum nächsten Termin für Anleger. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich die umfangreichen KI-Investitionen und ihre Finanzierung im Gesamtbild darstellen.
Die abgeschlossene Euro-Anleiherückzahlung ist dabei ein klar abgegrenzter Fortschritt. Für eine umfassendere Entlastung der Anlagethese reicht sie allein nicht: Die Kosten des aufgenommenen Kapitals und die noch offenen OpenAI-Konditionen bleiben die entscheidenden Bewertungsfragen.
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