Solana verarbeitet Rekordvolumen, Morgan Stanley bringt einen eigenen Spot-Fonds an den Markt – und trotzdem wetten Trader auf einem Prognosemarkt mehrheitlich auf einen weiteren Rückschlag. Diese Kluft zwischen Nutzung und Kursstimmung treibt SOL derzeit stärker um als jede einzelne Kennzahl.
Kurs unter Druck, Nutzung auf Rekordniveau
SOL fiel zuletzt auf rund 72,55 Dollar und kämpft sich seither nur mühsam zurück in Richtung 73 Dollar. Der Kurs notiert damit unter allen relevanten gleitenden Durchschnitten – die 200-Perioden-Linie im Vier-Stunden-Chart liegt bei 76,79 Dollar, die 50-Tage-Linie bei 75,68 Dollar deckelt jeden Erholungsversuch. Ein Bruch unter die Marke von 72 Dollar würde den Weg Richtung 70 Dollar öffnen.
Auf der Nutzungsseite läuft es dagegen rund: Solana verarbeitet mittlerweile knapp eine Milliarde echte Nutzertransaktionen pro Woche. Morgan Stanley hat einen Spot-Fonds auf Solana mit einer Verwaltungsgebühr von 0,14 Prozent gestartet, während SOL-Fonds im Juli zusätzlich 14,62 Millionen Dollar einsammelten. Die Finanzierungsrate am Terminmarkt drehte trotzdem ins Negative – ein Zeichen, dass Spekulanten dem Aufwärtstrend nicht trauen.
Prognosemarkt sieht erst den Rückschlag
Auf der Handelsplattform Myriad, einem Prognosemarkt des Decrypt-Mutterkonzerns Dastan, räumen Trader dem Token derzeit eine Quote von 70 Prozent ein, wonach SOL erst auf 40 Dollar fallen soll, bevor eine Erholung auf 160 Dollar folgt. Diese Einschätzung passt zu einem Coin, der bei einer Marktkapitalisierung zwischen 42 und 43 Milliarden Dollar rund 75 Prozent unter seinem Allzeithoch von etwa 293 Dollar liegt.
Im Hintergrund läuft parallel eine Governance-Abstimmung, die das Angebot an SOL langfristig verknappen soll: Das Paket SGP-0003 würde die täglichen Token-Verbrennungen deutlich anheben und die jährliche Disinflationsrate verdoppeln. Bis zur Frist am 18. August muss die Initiative noch rund drei Millionen SOL an zusätzlicher Unterstützung von Validatoren gewinnen, um die nötige Schwelle zu erreichen.
Für den Kurs bleibt die Gemengelage vorerst widersprüchlich: Institutionelles Kapital fließt, die Netzwerknutzung wächst, doch Trader preisen kurzfristig weiteren Abwärtsdruck ein. Ob das Burn-Paket die Abstimmungsschwelle bis zum 18. August erreicht, dürfte mitentscheiden, welches der beiden Signale sich am Ende durchsetzt.
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