Der Wechselrichterspezialist SolarEdge hat heute einen herben Rückschlag an der Börse erlitten. Trotz einer Rückkehr in die operative Gewinnzone im abgelaufenen Jahresviertel enttäuschte das Unternehmen die Anleger mit einer schwachen Prognose für das kommende Quartal. In der Folge verlor die Aktie deutlich an Wert und notiert heute mit einem Minus von 27,76 Prozent bei 30,45 Euro.

Rückkehr zur operativen Profitabilität im zweiten Quartal

Das Unternehmen legte heute die Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 vor. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 19,6 Prozent auf 346,2 Millionen US-Dollar. Damit übertraf SolarEdge die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit 341,2 Millionen US-Dollar gerechnet hatten. Besonders positiv bewerteten Marktbeobachter, dass SolarEdge auf Non-GAAP-Basis erstmals seit fast drei Jahren wieder einen operativen Gewinn erwirtschaftete. Dieser belief sich auf 10,2 Millionen US-Dollar.

Auf Non-GAAP-Basis wies das Unternehmen zudem einen bereinigten Gewinn von 0,05 US-Dollar je Aktie aus, während Analysten zuvor mit einem Verlust gerechnet hatten. Die Bruttomarge verbesserte sich im Berichtzeitraum auf 27,5 Prozent, was allerdings durch eine Rückerstattung von Zöllen in Höhe von 13,3 Millionen US-Dollar begünstigt wurde. Nach offiziellen Rechnungslegungsstandards (GAAP) verzeichnete das Unternehmen jedoch weiterhin einen Nettoverlust von 30,8 Millionen US-Dollar beziehungsweise 0,50 US-Dollar je Aktie.

Schwache Nachfrage in Europa belastet Prognose

Der Hauptgrund für den heutigen Kurssturz liegt im Ausblick auf das laufende dritte Quartal. Medienberichten zufolge rechnet SolarEdge lediglich mit einem Umsatz zwischen 310 Millionen und 340 Millionen US-Dollar. Diese Spanne liegt erheblich unter dem Marktkonsens, der bisher bei 365 Millionen bis 372 Millionen US-Dollar angesiedelt war. Das Management verwies auf eine anhaltende Schwäche im europäischen Markt für private Solaranlagen als Ursache für die vorsichtige Einschätzung.

Auch bei der Profitabilität zeichnet sich eine vorübergehende Abschwächung ab. Für das dritte Quartal wird eine Non-GAAP-Bruttomarge zwischen 22 und 26 Prozent angestrebt. Die heutige Abwärtsbewegung drückt das Papier weiter in Richtung seiner Jahrestiefststände. Mit dem aktuellen Kursniveau liegt die Aktie mehr als 55 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 69,10 Euro.

Strategische Expansion und neue Plattformen

Unabhängig von der kurzfristigen Guidance treibt SolarEdge seine Expansion voran. Am Montag wurde eine Partnerschaft mit Redington bekannt gegeben, um das Portfolio an Wechselrichtern und Leistungsoptimierern in Indien zu vertreiben. Zudem meldete das Unternehmen den Abschluss eines Großprojekts in Großbritannien für die Fabrik von TCL Packaging in Telford.

Im Bereich der Privatkunden setzt SolarEdge auf die nächste Generation seiner Technik. Seit dem 13. Juli ist die neue Wohnimmobilien-Plattform „SolarEdge Nexis“ nach dem Start in Deutschland auch in den USA bestellbar. Die Analysten von TD Cowen hatten bereits am 23. Juli ihr Kursziel für SolarEdge von 85 auf 75 US-Dollar gesenkt, ihre Kaufempfehlung jedoch beibehalten. Sie verwiesen dabei auf die Dynamik der Nexis-Produkte in Europa, äußerten jedoch gleichzeitig Bedenken hinsichtlich des Tempos der Margenausweitung.