SolarEdge hat eine schwarze Börsenwoche hinter sich. Am Freitag rutschte die Aktie unter eine kritische Chartmarke. Innerhalb der vergangenen fünf Handelstage verlor das Papier über 20 Prozent an Wert.

Lagerdruck und US-Gegenwind

Hohe Lagerbestände belasten die Bilanz des Wechselrichter-Spezialisten weiterhin massiv. Vor allem in Europa und Nordamerika liegen zu viele Geräte ungenutzt in den Depots. Das Management versucht mit Sanierungsprogrammen gegenzusteuern. Dennoch drücken die vollen Lagerbestände auf die Profitabilität.

Parallel dazu trüben sich die Aussichten für den US-Heimmarkt ein. Ende 2025 läuft dort eine wichtige Steuergutschrift aus. Marktbeobachter rechnen in diesem Segment mit einem Nachfrageeinbruch von über 50 Prozent. SolarEdge reagiert mit neuen Mietmodellen für Solaranlagen auf diese Entwicklung.

Fokus auf Effizienz

Das Management setzt nun verstärkt auf die neue Nexis-Plattform. In Europa will das Unternehmen die Produktvielfalt drastisch reduzieren. Ein einfacheres Sortiment soll die Lagerhaltung für Händler erleichtern. Das Ziel: bessere Margen durch weniger Komplexität.

Maoz Sigron führt als neuer Finanzvorstand den Sparkurs an. Er will die Betriebskosten pro Quartal um rund zehn Millionen Dollar senken. Die Organisation muss sich deutlich schlanker aufstellen, um im schwierigen Marktumfeld zu bestehen.

Technisches Warnsignal

Charttechnisch hat sich die Lage drastisch verschlechtert. Mit dem Schlusskurs von 37,10 Euro notiert die Aktie nun unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Dieser Bruch gilt unter Händlern als Signal für einen langfristigen Abwärtstrend. Die jährliche Volatilität liegt bei fast 78 Prozent.

Anleger blicken nun gespannt auf die Quartalszahlen im August. Diese Berichte müssen zeigen, ob der Lagerabbau und die neue Hardware-Strategie greifen. Das angestrebte Ziel einer Bruttomarge von 30 Prozent bis 2027 bleibt eine große Herausforderung.