SolarEdge steht vor einer entscheidenden Weichenstellung. Die Aktie des Wechselrichter-Spezialisten hat zuletzt massiv an Boden verloren. Allein im vergangenen Monat büßte das Papier mehr als 26 Prozent seines Wertes ein. Nun warten Investoren gespannt auf die Zahlen zum zweiten Quartal.
Hoffen auf die Wende im Industriesektor
Das Management peilt für das abgelaufene Quartal einen Umsatz zwischen 325 und 355 Millionen Dollar an. Bei den Analysten herrscht Uneinigkeit über das Ergebnis je Aktie. Während einige Experten eine knappe Rückkehr in die Gewinnzone bei 0,04 Dollar erwarten, rechnen andere mit einem leichten Quartalsverlust. Im Fokus steht dabei die Frage, ob die neue „Nexis“-Plattform die Schwäche im Privatkundengeschäft ausgleichen kann.
Parallel dazu forciert das Unternehmen den Ausbau im Industriesektor. In Europa und Asien kommt das neue Speichersystem CSS-OD mit 197 Kilowattstunden Kapazität auf den Markt. Diese Lösung lässt sich auf bis zu 4 Megawattstunden pro Standort skalieren. Damit zielt SolarEdge auf höhere Margen und gewerbliche Kunden ab, die ihre Energieunabhängigkeit steigern wollen.
Analysten sind tief gespalten
An der Wall Street klaffen die Meinungen weit auseinander. Die US-Investmentbank Goldman Sachs bleibt pessimistisch und nennt ein Kursziel von 31 Euro. TD Cowen hingegen sieht Potenzial bis 75 Euro und setzt auf eine langfristige Erholung des Sektors. Barclays positioniert sich mit einem Zielwert von 53 Euro dazwischen.
Indes nähert sich ein juristischer Meilenstein. Ende August läuft die Frist für Ansprüche aus einem Sammelklage-Vergleich ab. Der Abschluss dieses Verfahrens könnte eine seit einem Jahr schwelende Unsicherheit vom Tisch nehmen.
Die kommenden Quartalszahlen entscheiden nun über den weiteren Trend. Anleger achten besonders darauf, ob die Aktie ihre Performance seit Jahresbeginn von rund 46 Prozent verteidigen kann. Enttäuscht der Bericht, gerät das 52-Wochen-Tief bei 20,95 Euro schnell wieder ins Visier der Händler.
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