Die Hoffnung auf den Durchbruch bei Feststoffbatterien weicht an der Börse derzeit herber Realität. Solid Power wird von der negativen Stimmung im Sektor voll erfasst. Das Papier markierte am Donnerstag ein neues Jahrestief bei 1,89 Euro.

Sektor-Beben belastet Batterie-Entwickler

Auslöser der Verkäufe waren die jüngsten Geschäftszahlen des Konkurrenten QuantumScape. Der Nettoverlust von rund 98 Millionen US-Dollar fiel zwar geringer aus als befürchtet. Dennoch reagierten viele Investoren mit einem schnellen Ausstieg. Dieser Trend zog die gesamte Branche nach unten. Parallel dazu verzeichnete auch der Mitbewerber SES AI deutliche Verluste.

Die allgemeine Risikoaversion an den Märkten verschärft die Lage zusätzlich. Davon sind besonders spekulative Technologie-Entwickler betroffen. Diese Firmen erzielen oft noch keine nennenswerten Umsätze. Innerhalb der letzten 30 Tage verlor die Solid-Power-Aktie bereits über 21 Prozent an Wert.

Fokus auf Liquidität und BMW-Pakt

Solid Power verfolgt eine eigene Strategie. Das Management setzt auf ein kapitalarmes Geschäftsmodell. Statt teurer eigener Fabriken entwickelt das Team spezielle Elektrolyte für Elektrofahrzeuge. Eine langfristige Partnerschaft mit der BMW Group stützt diesen Weg. Die Münchner testen die Technik bereits für ihre künftigen Flotten.

Im August veröffentlicht Solid Power die Ergebnisse für das zweite Quartal. Marktteilnehmer achten dann vor allem auf die verbleibenden Barmittel. Ebenso entscheidend sind Neuigkeiten zur Skalierung der Produktion. Das Unternehmen muss belegen, wie die laufenden Validierungstests mit den Automobilpartnern voranschreiten. Davon hängt ab, ob das Vertrauen der Investoren zurückkehrt.