Anleger am US-Aktienmarkt halten am heutigen Mittwoch den Atem an. Nachdem der S&P 500 gestern mit einem Plus von 0,3 % bei 7.677,28 Punkten schloss, steht der heutige Handelstag ganz im Zeichen des Chipherstellers Nvidia und wichtiger Konjunkturdaten. Die Marktteilnehmer erhoffen sich von den Quartalsberichten und neuen Inflationssignalen Impulse, um den Index wieder näher an sein bisheriges Rekordhoch zu führen.
Nvidia als Gradmesser für den KI-Boom
Nach US-Börsenschluss am heutigen Abend wird Nvidia seine Ergebnisse für das zweite Quartal vorlegen. Die Erwartungen sind enorm: Analysten rechnen mit einem Umsatz von über 92,05 Milliarden US-Dollar. Da der Technologieriese zuletzt eine Preiserhöhung von mehr als 15 % für seine KI-Server angekündigt hat, blicken Investoren besonders auf die Marge und den Ausblick.
Der Optionsmarkt impliziert für die Nvidia-Aktie eine Kursbewegung von etwa 5,5 % unmittelbar nach den Zahlen, was aufgrund der hohen Gewichtung des Titels massive Auswirkungen auf den gesamten S&P 500 haben könnte.
Parallel dazu treibt das Unternehmen den Ausbau der Infrastruktur voran. Gemeinsam mit Partnern wie KKR und BlackRock plant Nvidia die Gründung einer Finanzierungsplattform für Rechenleistung mit einem Volumen von 500 Milliarden US-Dollar.
Am gestrigen Dienstag konnte sich der Sektor bereits leicht erholen, nachdem Chipwerte am Montag noch unter deutlichem Verkaufsdruck gestanden hatten. Papiere von AMD und Micron legten gestern spürbar zu und stützten damit die Stabilisierung des breiten Marktes.
Inflationsdaten und die Rede in Jackson Hole
Neben den Unternehmenszahlen rücken makroökonomische Daten in den Fokus. Am heutigen Mittwoch werden die US-Kern-PCE-Daten für Juli sowie eine Revision des Bruttoinlandsprodukts für das zweite Quartal erwartet.
Ökonomen rechnen bei der Kernrate der persönlichen Konsumausgaben, dem bevorzugten Inflationsmaß der US-Notenbank Fed, mit einem Anstieg von 3,3 % im Jahresvergleich. Diese Daten gelten als entscheidende Grundlage für die künftige Zinspolitik.
Die Unsicherheit über den weiteren Kurs der Fed spiegelt sich auch in den Renditen am Anleihenmarkt wider. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen notierte zuletzt bei rund 4,7 %, während die 30-jährige Laufzeit über die Marke von 5 % kletterte.
Zusätzliche Aufmerksamkeit gilt dem Notenbank-Treffen in Jackson Hole, bei dem Fed-Chef Warsh am Freitag eine richtungsweisende Rede halten wird. Analysten warnen, dass ohne klare Signale zur Zinsentwicklung ein weiterer Ausverkauf bei langlaufenden Anleihen drohen könnte.
Handelskonflikte und geopolitische Risiken
Belastet wird die Stimmung durch eine Verschärfung der geopolitischen Spannungen. Die US-Regierung kündigte neue Sanktionen gegen den Iran an, die unter dem Schlagwort „Economic D-Day“ eine wirtschaftliche Isolation des Landes zum Ziel haben.
Gleichzeitig sorgt die Handelspolitik für Unruhe: Donald Trump drohte Kanada mit Zöllen in Höhe von 50 % auf Automobile und Stahl ab Anfang 2027. Kanada reagierte bereits mit der Ankündigung von Vergeltungszöllen auf US-Waren im Wert von 20 Milliarden US-Dollar ab dem 8. September.
Trotz dieser Störfeuer bleiben einige Marktstrategen optimistisch. Ed Yardeni hob sein Jahresendziel für den S&P 500 auf 8.250 Punkte an und begründete dies mit einem erwarteten Gewinnwachstum von rund 23 % im Jahr 2026. JPMorgan-Stratege Fabio Bassi sieht zudem Potenzial durch eine Sektorrotation hin zu hochwertigen Wachstumswerten und Cloud-Computing-Marktführern. Aktuell notiert der Index mit einem Abstand zum 52-Wochen-Hoch von -1,8 % nur knapp unter seinem historischen Spitzenwert vom 13. August.
S&P 500: Kaufen oder verkaufen?! Neue S&P 500-Analyse vom 26. August liefert die Antwort:
Die neusten S&P 500-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für S&P 500-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
S&P 500: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

