Am 4. August 2026 legt der Raumfahrt- und Satellitenkonzern nach Börsenschluss seine ersten Quartalszahlen als börsennotiertes Unternehmen vor, der Webcast beginnt um 16:30 Uhr Ostküstenzeit. Für Anleger ist der Termin gleich doppelt brisant: Er entscheidet nicht nur über die erste offizielle Einordnung der Geschäftszahlen, sondern setzt auch die Uhr für den Ablauf der Haltefrist bei Insider-Aktien in Gang.
Kursverfall seit dem Rekordhoch
Die Aktie notiert am Dienstagvormittag vorbörslich bei 106,86 Euro und legt damit um 1,81 Prozent zu. Der Ausschlag fällt in eine Phase ausgeprägter Schwäche: Auf 30-Tage-Sicht steht ein Minus von 21,04 Prozent zu Buche, zum erst am 20. Juli markierten 52-Wochen-Tief beträgt der Abstand nur noch 1,89 Prozent. SpaceX war am 12. Juni 2026 zu 135 US-Dollar je Aktie an die Börse gegangen, hatte anschließend ein Hoch von 225,64 US-Dollar erreicht und war dann in eine siebentägige Verlustserie gerutscht, die den Kurs zeitweise auf 119,85 US-Dollar drückte – rund 45 Prozent unter das Juni-Hoch und damit auch unter den Ausgabepreis. Nach Berechnungen aus dem Marktumfeld hat der Konzern binnen eines Monats mehr als eine Billion US-Dollar an Marktkapitalisierung verloren und ist unter den nach Marktwert größten US-Unternehmen von Rang fünf auf Rang acht zurückgefallen. Als Belastungsfaktoren gelten verschobene Starship-Tests, ein abgesagter Falcon-9-Start sowie ein von Elon Musk dementierter milliardenschwerer KI-Server-Auftrag.
Drei Sparten, ein Ergebnis
Für den Quartalsbericht richtet sich der Blick auf drei Geschäftsfelder: das klassische Launch- und Weltraumgeschäft, Starlink mit rund 10,3 Millionen Abonnenten und einem Umsatzplus von etwa 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr, sowie die KI-Aktivitäten rund um Grok und X, die als besonders verlustreich gelten. In den IPO-Unterlagen war zuvor ein Verlust von 4,3 Milliarden US-Dollar ausgewiesen worden. Zum ersten Quartal wurde ein Umsatz von 4,69 Milliarden US-Dollar genannt, für das zweite Quartal rechnen Analysten mit rund 6,93 Milliarden US-Dollar. Der Investor Whitney Tilson warnte angesichts einer Bewertung vom rund 92-Fachen des Umsatzes vor einer deutlichen Überbewertung. Der Ökonom Peter Schiff erklärte mit Blick auf den Kursverlauf, die KI-Aktienblase sei bereits geplatzt, der Chartverlauf sehe schlecht aus.
Lockup-Ablauf als nächste Hürde
Zwei Handelstage nach der Zahlenvorlage endet die erste Sperrfrist für Insider-Aktien: Rund 911,5 Millionen Aktien, entsprechend etwa 20 Prozent der Insider-Anteile, werden dann handelbar – zum aktuellen Kursniveau ein Gegenwert von schätzungsweise 109 Milliarden US-Dollar. Ein zweiter, kursabhängiger Tranchen-Anteil von 10 Prozent bleibt gesperrt, solange die Aktie unter 175,50 US-Dollar notiert. Musks eigener Anteil ist noch bis Juni 2027 blockiert. Parallel dazu ist die Aktie zu einem beliebten Ziel für Leerverkäufer geworden: Laut S3 Partners liegen rund 192 Millionen Aktien short, das entspricht etwa 30 Prozent des frei handelbaren Streubesitzes.
Ark Invest kauft, Analysten bleiben gespalten
Trotz der Talfahrt griff Cathie Woods Ark Invest zu: Am 20. Juli kaufte der Fonds 170.634 SpaceX-Aktien im Wert von rund 20,5 Millionen US-Dollar und stockte damit einen Bestand von mehr als vier Millionen Aktien weiter auf, während gleichzeitig Anteile an Robinhood reduziert wurden. Wood sieht in orbitalen Rechenzentren langfristiges Potenzial und beziffert den fairen Unternehmenswert auf 2,5 bis 3,1 Billionen US-Dollar. Morgan Stanley hält an einem Kursziel von 300 US-Dollar fest, während der Analystenkonsens eher bei rund 225 US-Dollar liegt. Als möglicher zusätzlicher Kurstreiber gilt ein berichteter, aber unbestätigter mehrstelliger Milliardenauftrag des Pentagon für Cloud- und KI-Infrastruktur, der SpaceX Zugang zu margenstärkeren Geschäftsfeldern verschaffen könnte. Bis zur Zahlenvorlage am 4. August dürfte die Aktie damit zwischen Übernahmefantasie und Bewertungssorgen hin- und hergerissen bleiben.
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