SpaceX-Chef Elon Musk hat am Donnerstag klargestellt, dass der nächste große Fangversuch einer Rakete noch Monate entfernt ist. Das Wall Street Journal brachte diese Aussage mit einem Kursrückgang der SpaceX-Aktie in Verbindung. Anleger hatten offenbar auf einen zeitnahen Erfolg beim nächsten Starship-Testflug gehofft, den das Unternehmen derzeit vorbereitet.
Die Aktie schloss am Freitag bei 117,20 Euro und legte damit um 2,1 Prozent zu. Auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von 3,1 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass Musks zurückhaltende Aussage zum Fangmanöver die Stimmung belastet hat, auch wenn sich der Kurs zuletzt wieder erholte.
Operatives Geschäft läuft ungebremst weiter
Während die Diskussion um Starship die Anleger beschäftigt, zeigt das Kerngeschäft von SpaceX keine Schwächen. Am Mittwoch startete das Unternehmen von Vandenberg aus seine 100. Orbitalmission des Jahres 2026 und brachte erneut 24 Starlink-Satelliten ins All.
Bereits am Donnerstag folgte ein weiterer Start mit derselben Satellitenzahl von Cape Canaveral, nachdem ein Versuch am Vortag verschoben worden war. Die eingesetzte Trägerrakete Booster B1078 landete erfolgreich auf dem Drohnenschiff „A Shortfall of Gravitas“ – die 652. gelungene Falcon-Landung des Unternehmens und die 164. auf diesem speziellen Schiff.
Die Schlagzahl der Starts bleibt bemerkenswert hoch. Bereits am 15. August absolvierte SpaceX zwei Falcon-9-Missionen für Globalstar und die US Space Force innerhalb von nur 38,5 Minuten – ein Rekordwert für die Zeitspanne zwischen zwei Starts. Für den 30. August ist zudem ein Falcon-Heavy-Flug mit dem Nancy-Grace-Roman-Weltraumteleskop der NASA an Bord angekündigt.
Politischer Rückenwind aus Washington
Unterstützung erhält die Branche von unerwarteter Seite: US-Präsident Donald Trump unterzeichnete ein Memo, das die kommerziellen Weltraumstarts in den USA deutlich ausweiten soll. Behörden wurden angewiesen, auch Bundesland für neue Start- und Wiedereintrittsstandorte zu prüfen. Für SpaceX als größten kommerziellen Anbieter von Raketenstarts dürfte diese Initiative mittelfristig zusätzliche Kapazitäten und Standorte eröffnen.
Große Investoren bleiben engagiert
Auf der Eigentümerseite zeigen jüngste Pflichtmitteilungen ein ungebrochenes Interesse institutioneller Anleger. Tiger Global Management legte in seinen Meldungen zum zweiten Quartal eine Beteiligung von 375.000 SpaceX-Aktien offen.
Alphabet bezifferte seine frühe SpaceX-Investition zum Ende des zweiten Quartals auf rund 94 Milliarden Dollar – ausgehend von einem ursprünglichen Investment von 900 Millionen Dollar im Jahr 2015. Musk selbst hielt laut einer Reuters vorliegenden Regulierungsmeldung zum 30. Juni einen Anteil von 48,4 Prozent an SpaceX.
Diese Zahlen unterstreichen, wie stark SpaceX seit dem Alphabet-Einstieg an Wert gewonnen hat, auch wenn die Aktie kurzfristig unter Musks Aussagen zum Starship-Zeitplan leidet. Die operative Dynamik mit Rekordkadenzen bei Starts und politischem Rückenwind aus Washington bleibt intakt, während das Warten auf den nächsten großen Raketenfang die Anleger weiter in Atem hält.
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