SpaceX-Aktien sind am Montag auf ihr tiefstes Niveau seit dem Börsengang im Juni gefallen. Der Kurs rutschte im frühen Handel um 3,35 Prozent auf ein Intraday-Tief von 140,49 Dollar. Damit nähert sich das Papier gefährlich dem Ausgabepreis von 135 Dollar. Bernstein Research bleibt trotz der Talfahrt bei seiner optimistischen Einschätzung.
Bernstein sieht 70 Prozent Aufwärtspotenzial
Analyst Douglas Harned bestätigte heute sein „Outperform“-Rating und setzt das Kursziel bei 239 Dollar an. Das entspräche einem Potenzial von rund 70 Prozent gegenüber dem aktuellen Kursniveau.
Harned verweist in seiner Analyse auf den Jungfernflug der chinesischen Rakete Long March 10B. Der Start erfolgte rund sechs Monate früher als erwartet. Das zeigt laut Harned, wie aggressiv China seine Mondstation und den Ausbau eigener Satellitenkonstellationen im niedrigen Erdorbit vorantreibt. Chinas Raumfahrtprogramm gilt damit als der größte Konkurrent für den US-Konzern, der Raketentechnik und Künstliche Intelligenz vereint.
Drei Belastungsfaktoren drücken den Kurs
Der Höchststand von 225,64 Dollar liegt erst wenige Wochen zurück — erreicht am 16. Juni, kurz nach dem Börsengang. Aktuell taxiert der Markt SpaceX auf eine Bewertung von rund 1,92 Billionen Dollar. Marktbeobachter machen für den Rückgang mehrere Faktoren verantwortlich:
- Lock-up-Angst: Rund 911 Millionen Insider-Aktien werden nach den Q2-Zahlen Ende des Monats handelbar.
- Insider-Gerüchte: Einige Investoren warnen vor einer großen Exit-Welle, wenn weitere Aktientranchen bis Oktober 2026 freigegeben werden.
- Verlust im ersten Quartal: Das Unternehmen meldete für Q1 2026 einen Nettoverlust von 4,28 Milliarden Dollar. Im Vorjahr lag der Umsatz noch bei knapp 19 Milliarden Dollar.
Starship-Flug 13 als nächster Prüfstein
Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat heute ihre Untersuchung zum vorherigen Starship-Test offiziell abgeschlossen. Der Weg für Flug 13 ist damit frei. Der Start ist frühestens für den 16. Juli 2026 von der Starbase-Anlage in Texas geplant.
Der Flug soll die neue Starlink-V3-Hardware erstmals im Einsatz zeigen. Die am 11. Juli veröffentlichten technischen Daten nennen eine Downlink-Kapazität von 1 Terabit pro Sekunde je Satellit — zehnmal mehr als bei der Vorgängergeneration. An Bord sind 20 Prototyp-Satelliten der V3-Serie. Einige tragen spezielle Wärmekameras, die den Hitzeschild des Fahrzeugs beim Wiedereintritt überwachen sollen.
Ein erfolgreicher Flug könnte als wichtiger Kurstreiber wirken. Er würde die technische Skalierbarkeit belegen — ein zentraler Baustein für stabilere Einnahmen aus dem Satelliten- und Kommunikationsgeschäft. Bis dahin bleibt der Blick der Anleger auf den 16. Juli und die Frage gerichtet, wie der Markt auf die anstehende Freigabe der Insider-Aktien reagiert.
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