Die SpaceX-Aktie hat eine der bewegtesten Wochen ihrer noch jungen Börsengeschichte hinter sich. Am Freitag schloss das Papier bei 115,14 Euro und legte auf Tagesbasis 15,66 Prozent zu. Auf Wochensicht steht damit ein Plus von 22,53 Prozent zu Buche – ein deutliches Signal dafür, dass Anleger die jüngsten Unternehmensnachrichten inzwischen positiver bewerten als noch vor wenigen Tagen.
Quartalszahlen mit Rekordumsatz, aber zunächst Kursdämpfer
Ausgangspunkt der Bewegung waren die Zahlen zum zweiten Quartal, die SpaceX am Dienstag vorlegte. Der Umsatz kletterte auf 7,8 Milliarden Dollar und damit um 92 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum – deutlich mehr als die von Analysten im Konsens erwarteten rund 6,9 Milliarden Dollar. Unter dem Strich stand dennoch ein Nettoverlust von 541 Millionen Dollar beziehungsweise 0,09 Dollar je Aktie. Das bereinigte EBITDA verdreifachte sich nahezu auf 3,5 Milliarden Dollar. Trotz der auf den ersten Blick starken Werte gab die Aktie im nachbörslichen Handel zunächst mehr als 7 Prozent nach – offenbar bewerteten Investoren die anhaltenden Verluste und die hohen Investitionsausgaben zunächst kritisch.
KI-Geschäft als Wachstumsmotor
Den eigentlichen Stimmungsumschwung lieferte der Blick auf das KI-Segment. Dessen Umsatz schoss laut CNBC im Jahresvergleich um 247 Prozent nach oben, das bereinigte EBITDA drehte von einem Verlust im Vorjahr auf einen Gewinn von 1,146 Milliarden Dollar. Konkret unterlegt wird das Wachstum durch eine Vereinbarung mit Reflection AI: SpaceX stellt dem Unternehmen Nvidia-KI-Chips im Wert von 150 Millionen Dollar pro Monat zur Verfügung. In den ersten Wochen des dritten Quartals kamen laut Angaben aus der Telefonkonferenz zu den Zahlen zusätzliche Cloud-Aufträge über 6,7 Milliarden Dollar hinzu, die über einen sechsmonatigen Zeitraum ab Oktober anlaufen sollen. Firmenchef Elon Musk erklärte auf derselben Konferenz, SpaceX werde seine KI-Rechenzentren ausschließlich mit Nvidia-Chips ausstatten. Das Unternehmen wolle das laufende Jahr mit über 2 Gigawatt Rechenleistung abschließen und diese bis Ende 2027 auf nahezu 10 Gigawatt ausbauen.
Lockup-Ablauf ohne den befürchteten Verkaufsdruck
Parallel zu den Zahlen lief am 6. August die erste Lockup-Frist seit dem Börsengang aus. Damit wurden 911,5 Millionen Insider-Aktien handelbar – nach Angaben von Bloomberg erhöhte sich der frei handelbare Streubesitz von zuvor 639 Millionen auf 1,55 Milliarden Aktien. Viele Marktteilnehmer hatten wegen des zusätzlichen Angebots mit fallenden Kursen gerechnet. Stattdessen schloss die Aktie am Tag des Ablaufs mit einem Plus von 6,1 Prozent – ein Hinweis darauf, dass die Nachfrage das zusätzliche Angebot mühelos aufnehmen konnte.
Argus Research hebt Kursziel deutlich an
Einen weiteren Schub lieferte am Freitag Argus Research. Analyst Steve Silver stufte die Aktie von „Hold“ auf „Buy“ hoch und setzte das Kursziel auf 160 Dollar. Begründet wurde der Schritt mit der schnellen Amortisation der KI-Investitionen und dem, wie Silver es formulierte, „robusten Wachstum“ der Rechenkapazitäten des Unternehmens.
Raumfahrtbetrieb läuft ungebremst weiter
Abseits der Finanzkennzahlen hielt SpaceX sein reguläres Startprogramm aufrecht. Am 4. August brachte eine Falcon 9 vom Vandenberg-Weltraumbahnhof 24 Starlink-Satelliten ins All, es war der 90. Falcon-9-Flug des Jahres. Einen Tag später startete eine weitere Falcon 9 von Cape Canaveral aus mit drei BlueBird-Satelliten von AST SpaceMobile, wobei die erste Stufe zum 30. Mal auf einem Drohnenschiff landete. Ende Juli hatte zudem der 13. Teststart der Starship-Rakete stattgefunden, bei dem die Oberstufe erfolgreich einen suborbitalen Sprung absolvierte und Satelliten der dritten Starlink-Generation aussetzte.
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