Die SpaceX-Aktie legt am Mittwoch kräftig zu und notiert bei 127,68 Euro, ein Plus von 11 Prozent auf Tagesbasis. Über sieben Handelstage summiert sich der Anstieg auf 37 Prozent. Damit erholt sich das Papier deutlich von den Verlusten der vergangenen Wochen, bleibt aber mit einem Abstand von 34 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 194,46 Euro noch weit von seinem Rekordniveau entfernt. Zum 52-Wochen-Tief von 91,04 Euro beträgt der Abstand dagegen 40 Prozent.
Analysten reagieren auf Quartalszahlen
Der Kursschub folgt auf eine Serie von Analystenkommentaren zu den ersten Quartalszahlen von SpaceX als börsennotiertes Unternehmen. Argus Research stufte die Aktie am 7. August auf Kaufen von Halten hoch und nannte ein Kursziel von 160 Dollar.
Begründet wurde der Schritt mit der schnellen Amortisation der Investitionen in KI-Infrastruktur trotz Kapitalausgaben von 18,4 Milliarden Dollar im zweiten Quartal. Am selben Tag hob Bernstein das Kursziel auf 248 von 239 Dollar an und bestätigte die Einstufung Outperform.
Citi bewertete die Zahlen als über den Erwartungen liegend und vergab ein Kaufen-Rating mit Kursziel 200 Dollar, nachdem der bereinigte Gewinn im KI-Segment die Schätzungen um rund 1,5 Milliarden Dollar übertroffen hatte.
Die Reaktion des Marktes fiel zunächst verhalten aus: Nach der Veröffentlichung der Zahlen am 4. August war die Aktie im nachbörslichen Handel um rund 8 Prozent eingebrochen, weil Anleger die hohen Investitionsausgaben skeptisch beurteilten. Erst mit den folgenden Analystenkommentaren setzte die Erholung ein.
Umsatz verdoppelt sich, Kasse füllt sich
Inhaltlich lieferte SpaceX im zweiten Quartal einen Umsatz von 7,8 Milliarden Dollar, ein Plus von 92 Prozent gegenüber dem Vorjahr und über der Konsensschätzung von 6,93 Milliarden Dollar.
Der Nettoverlust lag bei 541 Millionen Dollar beziehungsweise 9 Cent pro Aktie und damit deutlich besser als die erwarteten 26 Cent Verlust. Das bereinigte EBITDA kletterte um 191 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar.
Innerhalb der Segmente wuchs der Bereich Connectivity um 66 Prozent auf 4,29 Milliarden Dollar, während die KI-Sparte um 250 Prozent auf 2,56 Milliarden Dollar zulegte. Der Bereich Space kam auf 962 Millionen Dollar.
Bei Starlink verdoppelte sich die Zahl der Abonnenten im Jahresvergleich auf 12 Millionen, wobei der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer wegen der internationalen Expansion um 22 Prozent auf 66 Dollar monatlich sank.
Finanzchef Bret Johnsen sprach von einer Amortisationszeit von weniger als einem Jahr für die Ausgaben im Bereich KI-Rechenleistung und stellte für Ende 2026 eine annualisierte Umsatzrate von 100 Milliarden Dollar in Aussicht.
Die Barreserven stiegen von 24,7 Milliarden Dollar im ersten Quartal auf 93,5 Milliarden Dollar, während sich Schulden und Finanzierungsleasing von 22 auf 36,8 Milliarden Dollar erhöhten.
Aktiensperren und Terafab-Projekt im Blick
Am 6. August liefen die ersten Haltefristen für Insider- und Mitarbeiteraktien nach dem Börsengang aus: 911,5 Millionen Aktien, etwa 7 Prozent des Gesamtbestands, wurden handelbar. Die Aktie legte an diesem Tag trotz der Freigabe um 3,57 Prozent auf 138,05 Dollar zu. Eine weitere Sperrfrist für 319 Millionen Aktien läuft am 20. August aus.
Parallel dazu treiben SpaceX und Tesla den Bau der geplanten Chip-Megafabrik Terafab in Grimes County, Texas voran, mit einer Anfangsinvestition von 16,8 Milliarden Dollar auf einer Fläche von mehr als 100 Millionen Quadratfuß.
Die Anlage soll Chips für Teslas Optimus-Roboter und Cybercabs sowie für orbitale KI-Rechenzentren von SpaceX produzieren. SpaceX-Energieverantwortlicher Riley Trettel erklärte, die Fabrik werde nicht auf Solarenergie, sondern auf Gaskraftwerke und große Batteriespeicher setzen, um die eigene Stromversorgung sicherzustellen.
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