SpaceX hat seinen Börsengang hinter sich — und der Kurs läuft weiter. Am Montag stieg die Aktie im vorbörslichen Handel um mehr als sechs Prozent auf rund 170 Dollar. Dabei notiert das Papier erst seit wenigen Tagen an der Börse.
Der Ausgabepreis lag bei 135 Dollar. Zum Handelsschluss des Debüttages stand die Aktie bei rund 161 Dollar — ein Plus von 19 Prozent. Privatanleger kauften allein an diesem Tag SpaceX-Aktien im Wert von 117,6 Millionen Dollar. Das Gesamtvolumen überstieg 510 Millionen gehandelte Aktien.
Indexaufnahme als Kurstreiber
Ein wesentlicher Grund für den weiteren Anstieg: Institutionelle Investoren positionieren sich für eine mögliche Aufnahme in den Nasdaq-100. Das könnte bereits 15 Handelstage nach dem IPO passieren. Analysten rechnen dadurch mit passiven Zuflüssen zwischen 7 und 10 Milliarden Dollar. Hinzu kommen erwartete Aufnahmen in die Indizes von FTSE Russell und MSCI — voraussichtlich noch im Juni.
Der Streubesitz liegt aktuell bei nur rund 4,3 Prozent. Das begrenzte Angebot verstärkt den Preisdruck nach oben.
Analysten tief gespalten
Die Bewertung spaltet die Fachwelt. CFRA Research empfiehlt den Verkauf der Aktie und setzt das Kursziel auf 115 Dollar — rund 29 Prozent unter dem aktuellen Niveau. Die Begründung: erhebliche Ausführungsrisiken beim Starship-Programm und hoher Kapitalbedarf. Morningstar hält die Aktie für klar überbewertet und schätzt den fairen Wert auf 63 Dollar.
Auf der anderen Seite steht Oppenheimer mit einem Kaufvotum und einem Kursziel von 190 Dollar. New Street Research sieht den fairen Wert bei 165 Dollar und verweist auf SpaceX‘ jahrzehntelangen Vorsprung bei Raketenstarts.
Milliardenverlust trotz Rekordumsatz
Der Blick in die Bücher zeigt ein widersprüchliches Bild. SpaceX steigerte den Umsatz 2025 um 33 Prozent auf rund 18,7 Milliarden Dollar. Trotzdem stand unter dem Strich ein Nettoverlust von fast 5 Milliarden Dollar — nach einem Gewinn von 791 Millionen Dollar im Jahr 2024.
Die Investitionen laufen auf Hochtouren. Im ersten Quartal 2026 lagen die Kapitalausgaben bei 10,1 Milliarden Dollar — mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Ein großer Teil fließt in KI-Infrastruktur und die Integration von xAI, die SpaceX für rund 60 Milliarden Dollar in eigenen Aktien übernommen hat.
Lock-up-Ablauf als nächste Bewährungsprobe
Die aktuelle Rally basiert auf einem knappen Angebot. Das ändert sich. In etwa 70 Tagen beginnen gestaffelte Lock-up-Perioden abzulaufen. Bis Dezember 2026 sollen rund 58 Prozent aller Aktien handelbar sein — ein 13-facher Anstieg des verfügbaren Angebots.
Elon Musk hält 42 Prozent der Aktien und 82,4 Prozent der Stimmrechte. Seine persönliche Sperrfrist läuft bis Mitte 2027. Zwischen September und November dürften konzentrierte Aktienblöcke auf den Markt kommen — genau dann, wenn der Kurs zeigen muss, ob die Nachfrage mit dem wachsenden Angebot Schritt hält.
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