SpaceX-Aktien brechen weiter ein. Am Donnerstagmorgen fällt der Kurs auf 157,54 Dollar. Das sind 13,16 Dollar weniger als am Vortag, ein Minus von rund 7,7 Prozent.

Die Handelsspanne reicht von 156,30 bis 176,12 Dollar. Über 109 Millionen Aktien wechseln den Besitzer, Stand 00:15 Uhr UTC am 2. Juli 2026. Ein Raketenstart ist nicht schuld. Die Gründe liegen tiefer.

Ein winziger Streubesitz verstärkt jede Bewegung

Bereits am 1. Juli rutschte die Aktie um 5,1 Prozent ab, auf 162,20 Dollar. Als Grund nannten Marktbeobachter Bewertungssorgen und eine verhaltene Reaktion auf eine neue Analysteneinschätzung.

Der eigentliche Auslöser für die heftigen Ausschläge liegt woanders: Nur etwa 4 bis 5 Prozent aller SpaceX-Aktien sind überhaupt frei handelbar. Bei einem derart kleinen Streubesitz reichen schon moderate Verkäufe, um den Kurs deutlich zu bewegen. Es fehlt schlicht an Gegenpositionen, die den Verkaufsdruck abfedern könnten.

SpaceX handelt damit eher wie eine frisch gelistete Momentum-Aktie als wie ein etablierter Großkonzern. Die aktuelle Kursbewegung zeigt, wie schnell die Nachfrage kippt, wenn Bewertungserwartungen den tatsächlichen Umsatzzahlen davonlaufen.

Wedbush-Kaufempfehlung verpufft

Die Investmentbank Wedbush nahm die Coverage mit einem „Outperform“-Rating auf und setzte ein Kursziel von 190 Dollar. Gemessen am Schlusskurs von 170,86 Dollar vom Vortag bedeutete das aber nur begrenztes Aufwärtspotenzial.

Für eine Aktie, die nach ihrem Börsengang bereits kräftig zugelegt hatte, reichte das nicht aus, um die Stimmung zu drehen. Vom Hoch der Woche nach dem Debüt hat SpaceX inzwischen rund 27 Prozent verloren.

Im Zentrum der Debatte steht weiterhin die Bewertung. Der Konzern kommt auf eine Marktkapitalisierung von etwa 2,16 Billionen Dollar. Das entspricht dem 115-Fachen des Vorjahresumsatzes.

Andere Datenquellen zeigen ein ähnliches Bild: Der Umsatz der vergangenen zwölf Monate liegt bei 19,30 Milliarden Dollar, für 2025 waren es 18,67 Milliarden Dollar. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt bei 116,62 — ein Wert, den sonst nur Wachstumsstorys aus der Frühphase erreichen.

Der Börsengang bleibt der Maßstab

Der aktuelle Ausverkauf folgt auf den Börsengang im Juni. SpaceX hatte 555.555.555 Class-A-Aktien zu je 135,00 Dollar ausgegeben. Der Handel startete am 12. Juni 2026.

Dieser Ausgabepreis bleibt ein wichtiger Referenzwert. Der aktuelle Kurs von 157,54 Dollar liegt zwar immer noch darüber. Der Rückgang vom Nachbörsenhoch hat die Diskussion aber verschoben — weg von knappheitsgetriebenen Kurssprüngen, hin zur Frage nach einer angemessenen Bewertungsbasis.

Der Flugplan läuft unverändert weiter

Von der Kursvolatilität unberührt bleibt der operative Betrieb. Für den 2. Juli steht eine Starlink-Mission von 02:00 bis 06:00 GMT auf dem Programm, gestartet von der Falcon 9 an der SLC-4E in Kalifornien mit Landung auf einer Trägerdrohne. Für den 3. Juli folgt eine weitere Starlink-Mission von der SLC-40 in Florida, geplant von 11:20 bis 15:20 GMT.

Der dichte Startplan lenkt den Blick auf das operative Geschäft: Satellitenausbau und Startdienste laufen planmäßig. Allein reicht das aber nicht, um die offenen Fragen zu Bewertung, Streubesitz und Preisfindung nach dem Börsengang zu klären.

Knappheit wirkt in beide Richtungen

Der geringe Streubesitz treibt den Kurs nach oben, wenn die Nachfrage stark ist. Genau dieselbe Struktur verschärft aber auch Kursrückgänge, sobald Anleger Gewinne mitnehmen oder auf niedrigere Einstiegspunkte warten.

Bei 157,54 Dollar notiert die Aktie zwar noch über dem Ausgabepreis. Gegenüber den Kursniveaus vom Mittwoch hat sie aber spürbar an Schwung verloren. Ob Investoren den Rückgang als Bewertungskorrektur einordnen oder einen größeren Abschlag verlangen, entscheidet sich in den kommenden Handelstagen — bei einem der meistbeachteten Börsengänge aus der Luft- und Raumfahrt- sowie Satelliteninternet-Branche des Jahres 2026.