Die SpaceX-Aktie gibt am heutigen Donnerstag nach und notiert bei 122,86 Euro, ein Minus von 2,9 Prozent. Damit bröckelt ein Teil der jüngsten Rally ab – am Mittwoch hatte das Papier noch bei 126,50 Euro geschlossen.
Auf Wochensicht steht trotz des heutigen Rückgangs ein Plus von 23 Prozent. Grund für die Bewegung ist keine neue Kurszahl, sondern ein handfester Streit unter Analysten darüber, wie viel die milliardenschwere KI-Offensive von SpaceX wirklich wert ist.
Daiwa bremst, Morgan Stanley drückt aufs Gas
Daiwa Capital Markets senkte sein Kursziel für SpaceX von 175 auf 140 Dollar und stufte die Aktie auf Neutral zurück. Begründet wird der Schritt mit den enormen Kosten der Expansion: Im zweiten Quartal 2026 gab SpaceX 18,4 Milliarden Dollar an Investitionen aus, davon 15,8 Milliarden Dollar allein für KI-Infrastruktur.
Der Umsatz legte im gleichen Zeitraum um 92 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar zu, das EBITDA verbesserte sich um 191 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar.
Unter dem Strich blieb dennoch ein Nettoverlust von 541 Millionen Dollar stehen, wenngleich das eine Verbesserung um 467 Millionen Dollar gegenüber dem Vorquartal bedeutet. Die Barreserven von SpaceX liegen bei 100 Milliarden Dollar, der Auftragsbestand bei 47,5 Milliarden Dollar.
Ganz anders liest sich die Einschätzung von Morgan Stanley. Analyst Adam Jonas bekräftigte sein Overweight-Rating mit einem Kursziel von 300 Dollar und nennt in einem optimistischen Szenario sogar 600 Dollar als möglich.
Seine Kernthese: Der Markt bewerte das KI-Geschäft von SpaceX bislang nur mit rund 12 Dollar pro Aktie, während das klassische Raumfahrtgeschäft mit 127 Dollar pro Aktie zu Buche schlägt. Jonas sieht in der geplanten Übernahme des Softwareunternehmens Cursor für 60 Milliarden Dollar in Aktien den entscheidenden Hebel.
Mehr als 60 Prozent der Fortune-500-Unternehmen nutzen Cursor bereits, das Unternehmen zählt 50.000 Firmenkunden und kam im November 2025 auf einen annualisierten Umsatz von über einer Milliarde Dollar. Von 36 Analysten, die SpaceX abdecken, raten 29 zu Buy oder Strong Buy.
Musk verspricht KI-Dominanz binnen Wochen
Der Auslöser der Kontroverse liegt in Aussagen von Konzernchef Elon Musk, der bei einem internen Treffen ankündigte, die KI-Einnahmen sollten bereits im September 2026 alle übrigen Geschäftsbereiche übertreffen.
Starlink bleibt vorerst der größte Umsatzträger mit rund 22 Millionen mobilen und 12 Millionen fest angebundenen Nutzern. Parallel treibt SpaceX seine Rechenzentrumsstrategie voran: Aktuell sind 1,4 Gigawatt an KI-Kapazität am Netz, bis 2027 soll die Kapazität auf 10 Gigawatt steigen.
Verträge mit Google und Anthropic über Rechenzentrumsleistungen sowie ein Deal mit Reflection über 6,3 Milliarden Dollar für Compute-Services untermauern diese Ambitionen. Zur Finanzierung plant SpaceX zudem eine Anleihe von mindestens 20 Milliarden Dollar.
Für Anleger bleibt die Lage zweigeteilt: Während Morgan Stanley in der KI-Strategie ungehobenes Kurspotenzial sieht, warnt Daiwa vor den enormen Kapitalkosten dieser Wette. Die nächste Bewährungsprobe steht ohnehin bereits fest – am 20. August läuft eine weitere Sperrfrist für rund 319 Millionen Aktien aus.
SpaceX-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SpaceX-Analyse vom 13. August liefert die Antwort:
Die neusten SpaceX-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SpaceX-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 13. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
SpaceX: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

