SpaceX notiert an diesem Dienstag bei 124,04 Euro und legt im Tagesvergleich um 1,67 Prozent zu, nachdem die Aktie am Vortag (Montag) noch bei 122,00 Euro geschlossen hatte. Der Ausschlag nach oben ändert wenig am übergeordneten Bild: Auf Sicht von sieben Tagen steht ein Minus von 5,30 Prozent, über 30 Tage sind es 25,30 Prozent Verlust. Vom 52-Wochen-Hoch bei 194,46 Euro, erreicht am 16. Juni 2026, trennen die Aktie derzeit 36,21 Prozent. Zum 52-Wochen-Tief von 120,20 Euro vom 13. Juli 2026 beträgt der Abstand dagegen nur noch 3,19 Prozent — der jüngste Kurssprung hat den Titel also unmittelbar über sein Jahrestief gehievt. Der RSI von 42,7 signalisiert keine überverkaufte Lage mehr, die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 97,85 Prozent zeigt aber weiter enorme Kursausschläge. Die Marktkapitalisierung liegt umgerechnet bei 1.711,3 Milliarden Euro.

Talfahrt seit dem Rekordhoch

Der breitere Kontext bleibt turbulent. Nach dem Börsengang am 11. Juni 2026 zum Ausgabepreis von 135 US-Dollar hatte die Aktie am ersten Handelstag bei 150 US-Dollar eröffnet und war bis zum 16. Juni auf ein Hoch von über 200 US-Dollar gestiegen, zeitweise sogar auf 225,64 US-Dollar. Die Bewertung erreichte dabei kurzzeitig rund 2,7 bis 3 Billionen US-Dollar, SpaceX überholte damit vorübergehend Amazon. Seither ist der Titel in US-Dollar gerechnet um bis zu 38 Prozent vom Hoch gefallen und näherte sich zeitweise wieder dem IPO-Preis von 135 US-Dollar an. Als Auslöser gilt vor allem die erste Anleiheemission des Unternehmens über 25 Milliarden US-Dollar, die trotz Investment-Grade-Ratings aller drei großen Agenturen einen Kursrutsch von 16 Prozent an einem einzigen Tag auslöste — Anleger werteten die Emission als Signal für hohen Kapitalbedarf. Hinzu kommen anstehende Lockup-Abläufe: Ein Fünftel der gesperrten Aktien wird nach dem Zweitquartalsbericht im August frei, der Rest im Dezember.

Starship-Flug 13 als nächster Prüfstein

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat die Untersuchung des Booster-Fehlstarts vom 22. Mai 2026 abgeschlossen und Starship für den 13. Testflug freigegeben. Ursache des damaligen Vorfalls waren demnach fünf von 33 nicht gezündeten Triebwerken sowie fehlerhafte Alarmeinstellungen; SpaceX hat nach Angaben der Behörde vier Korrekturmaßnahmen umgesetzt. Der Start ist frühestens für den 16. Juli 2026 vorgesehen, mit einem 90-minütigen Fenster ab etwa 22:45 UTC von Starbase in Texas. Erstmals sollen dabei 20 echte Starlink-V3-Satelliten ausgesetzt werden, zudem ist eine Raptor-Neuzündung im All sowie eine kontrollierte Wasserung im Indischen Ozean geplant. Die Freigabe der Behörde konnte den Kursrückgang bislang jedoch nicht stoppen, auch die Aufnahme in den Nasdaq-100 blieb ohne stützende Wirkung.

Analysten weit auseinander, Ark Invest kauft nach

Die Einschätzungen der Analystenhäuser klaffen ungewöhnlich weit auseinander. Raymond James bestätigt ein Kursziel von 800 US-Dollar mit „Strong Buy“-Einstufung, Morgan Stanley sieht 300 US-Dollar bei „Overweight“, Goldman Sachs 205 US-Dollar. Deutlich zurückhaltender ist J.P. Morgan mit 225 US-Dollar, während MoffettNathanson nur 131 US-Dollar ansetzt — nahe dem IPO-Preis. Der Analystenkonsens liegt bei „Strong Buy“ mit einem Durchschnittsziel von rund 246 US-Dollar. Geschäftlich zeigt sich ein zweigeteiltes Bild: Für 2025 wies SpaceX einen Umsatz von 18,67 Milliarden US-Dollar bei einem Nettoverlust von 4,94 Milliarden US-Dollar aus. Das Starlink-Geschäft war mit 11,4 Milliarden US-Dollar Umsatz und 4,4 Milliarden US-Dollar operativem Gewinn profitabel, während die KI-Sparte bei 3,2 Milliarden US-Dollar Umsatz einen operativen Verlust von 6,36 Milliarden US-Dollar verzeichnete. Cathie Woods Ark Invest nutzt die Schwäche zum Nachkauf und erwarb in der Woche bis zum 10. Juli 2026 SpaceX-Aktien im Wert von rund 52 Millionen US-Dollar über mehrere ETFs hinweg. Parallel sorgte ein 50-Millionen-Dollar-Deal mit dem japanischen Unternehmen ispace für Aufmerksamkeit, das ab 2030 eine 500-Kilogramm-Nutzlast per Starship zum Mond bringen lassen will. Ob der bevorstehende Testflug als Wendepunkt taugt, dürfte sich in den kommenden Tagen zeigen.