Zwei US-Abgeordnete haben SpaceX-Aktien gekauft. Neu aufgetauchte Offenlegungen zeigen die Käufe. Es sind die ersten bekannten Kongress-Trades seit dem Börsendebüt des Raumfahrtkonzerns im Juni.

Zwei Abgeordnete, zwei Ausschüsse

Republikaner Dan Meuser aus Pennsylvania und Demokrat Gil Cisneros aus Kalifornien meldeten die Käufe. Meusers minderjähriges Kind kaufte am 15. Juni Aktien im Wert zwischen 15.001 und 50.000 Dollar. Cisneros orderte drei Tage später, am 18. Juni, ein Paket zwischen 1.001 und 15.000 Dollar.

Die Zusammensetzung der Ausschüsse verleiht den Käufen politisches Gewicht. Meuser sitzt im Finanzdienstleistungsausschuss des Repräsentantenhauses, der für Wertpapierrecht zuständig ist. Cisneros ist Mitglied im Streitkräfteausschuss — jenem Gremium, das das Verteidigungsministerium kontrolliert, einen der größten SpaceX-Kunden.

Ein Fehlverhalten liegt nicht vor. Es gibt keine Hinweise darauf, dass einer der beiden Politiker mit nicht-öffentlichen Informationen gehandelt hat. Ethikbeobachter rechnen dennoch mit weiteren Meldungen. Sie erwarten, dass in den kommenden Wochen zahlreiche weitere Kongressmitglieder aus beiden Parteien ähnliche Käufe offenlegen müssen.

Der Fall trifft auf eine politische Debatte, die seit Monaten feststeckt. Ein Vorschlag für ein Handelsverbot für Kongressmitglieder passierte im Juli 2025 zwar einen Senatsausschuss. Seitdem hat keine der beiden Kammern weitere Schritte unternommen.

Ein turbulenter erster Börsenmonat

Die Käufe fallen in eine Phase extremer Kursschwankungen. SpaceX ging im Juni an die Börse und sammelte dabei rund 75 Milliarden Dollar ein — der größte Börsengang aller Zeiten. Die Aktie startete bei 150 Dollar und hob den Konzern kurzzeitig über die Marke von 2 Billionen Dollar Marktkapitalisierung.

Die Nachfrage war enorm. Vom ursprünglichen Ausgabepreis von 135 Dollar schoss die Aktie zeitweise auf 225 Dollar. Anschließend gab sie deutlich nach. Am 30. Juni notierte SpaceX bei 170 Dollar — etwa 26 Prozent über dem Ausgabepreis, aber 16 Prozent unter dem Rekordhoch.

Zum Start des langen Feiertagswochenendes schloss die Aktie bei rund 162 Dollar, nach einem Vortagesschluss von 157,54 Dollar. Die 52-Wochen-Spanne reicht von 135 bis 225,64 Dollar. Zuletzt zeigte der Kurs eine Erholung, nachdem er während eines breiteren Tech-Ausverkaufs Ende Juni kurzzeitig unter den Ausgabepreis gerutscht war.

Analysten uneins wie selten

An der Wall Street herrscht ungewöhnliche Uneinigkeit über den fairen Wert der Aktie. Die Kursziele reichen von 62 bis 310 Dollar je Aktie — eine Spanne, wie man sie selten sieht. Eine gesonderte Auswertung von elf Analysten kommt auf ein mittleres Kursziel von 227 Dollar. Das entspräche einem Aufwärtspotenzial von 33 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau.

Die optimistische Sichtweise stützt sich zunehmend auf die KI-Ambitionen des Konzerns, die sich über das klassische Raketen- und Satellitengeschäft legen. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 15 Prozent auf 4,7 Milliarden Dollar. Konnektivitätsdienste steuerten 70 Prozent dazu bei, Raumfahrt und KI-Segment je etwa 15 Prozent.

Kritiker verweisen dagegen auf die Verluste. SpaceX meldete für das Quartal einen Nettoverlust von 4,3 Milliarden Dollar — deutlich mehr als die 528 Millionen Dollar Verlust im Vorjahresquartal. Grund sind stark gestiegene Forschungskosten im KI-Bereich.

Mit den nun bekannt gewordenen Kongress-Trades und einer noch nicht vollständig verarbeiteten Index-Nachfrage dürfte die Aktie in den kommenden Wochen volatil bleiben. Weitere Pflichtmeldungen von Abgeordneten könnten das Thema erneut in den Vordergrund rücken.