Ein einziger Flug bringt die Bewertungsfantasie zurück: Nach dem ersten Orbitalflug von Starship rechnet Citi langfristig mit einem Aktienkurs von mindestens 900 US-Dollar. Das entspräche einem Börsenwert von 12,2 Billionen US-Dollar, mehr als dem Sechsfachen des aktuellen Niveaus von rund 2 Billionen.

Was der 14. Flug geliefert hat

Starship setzte beim 14. Testflug 26 Starlink-V3-Satelliten aus. Es war die erste Mission der Rakete, die direkt zum Umsatz beiträgt. Nach Unternehmensangaben erhöhen diese Satelliten die Netzkapazität ungefähr zehnmal so stark wie die Ladung einer bisherigen Falcon-9-Mission.

Citi-Analyst John Godyn sieht darin den Kern des Geschäftsmodells: Die unübertroffene Startkapazität sei der Wettbewerbsvorteil, der alle anderen Bereiche ermögliche. Die Aktie legte am Dienstag um 2,6 Prozent zu. Am Mittwochvormittag notierte sie auf Tradegate leicht im Minus bei rund 131,60 Euro.

Ambitionierte Rechnung, offene Technik

Hinter dem Szenario stehen enorme Annahmen. Für 2026 erwartet die Wall Street rund 44 Milliarden US-Dollar Umsatz. Citi kalkuliert für 2030 mit 484 Milliarden und ein Jahr später mit etwa einer Billion US-Dollar Erlösen.

Die Technik ist allerdings noch nicht ausgereift. Beim 14. Flug fiel ein Triebwerk aus, zudem gab es Probleme am Booster. Deutsche-Bank-Analyst Edison Yu verweist darauf, dass SpaceX die Ursachen klären muss.

Das Analystenbild bleibt breit gefächert. UBS nennt 210 US-Dollar als Kursziel, CLSA 250 US-Dollar, Morgan Stanley 300 US-Dollar. Citis 900 US-Dollar liegen weit darüber und markieren eher ein Langfristszenario als eine Zwölfmonatsprognose.

Nächster Schritt: Wiederverwendung

Als Nächstes soll Starship vom Startturm aufgefangen und schnell wiederverwendet werden. Gelingt das, könnte SpaceX laut UBS ab 2027 einen regelmäßigen Startrhythmus etablieren. Davon hängt ab, ob die Kostenvorteile und die Kapazität für Starlink und KI-Satelliten tatsächlich im Umsatz ankommen.

Indes zeigt sich das Interesse institutioneller Investoren auch an anderer Stelle: Die Venture-Firma Solari Capital führt xAI, das an der Nasdaq unter dem Kürzel SPCX notiert sein soll, unter ihren Beteiligungen.