SpaceX-Aktien haben am Montag mit 94,15 Euro ein neues 52-Wochen-Tief markiert, bevor sich das Papier am heutigen Dienstag deutlich erholt. Der Kurs steht aktuell bei 101,86 Euro und legt damit im Tagesverlauf um 1,90 Prozent zu. Trotz der Gegenbewegung bleibt der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 194,46 Euro, das am 16. Juni erreicht wurde, mit -47,62 Prozent gewaltig. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens beläuft sich umgerechnet auf 1.332,66 Milliarden Euro.
Der Ausverkauf der vergangenen Wochen hat SpaceX in den USA einen Marktwertverlust von rund 1,2 Billionen Dollar seit dem Juni-Hoch eingebrockt – eine Summe, die in etwa der gesamten Marktkapitalisierung von Tesla entspricht. An der Wall Street schloss das Papier am Montag bei rund 113,50 Dollar, nachdem es zwischenzeitlich unter die Marke von 20 Prozent unterhalb des IPO-Preises von 135 Dollar gefallen war. In 13 von 16 Handelssitzungen ging es zuletzt abwärts, bevor am heutigen Dienstag eine Erholungsbewegung einsetzte.
Starship-Flug mit gemischter Bilanz
Im Zentrum der jüngsten Nervosität steht auch der 13. Testflug des Starship-Systems am 24. Juli. Die Oberstufe setzte 20 Starlink-V3-Satelliten aus, zündete ein Raptor-Triebwerk im Orbit erneut und führte eine kontrollierte Wasserung im Indischen Ozean durch – der Hitzeschild hielt dabei Temperaturen von rund 2.600 Grad Fahrenheit stand. Beim Landebrand des Super-Heavy-Boosters lief es hingegen schlechter: Von den 13 vorgesehenen Raptor-Zündungen sprangen lediglich fünf tatsächlich an, was zu einer harten Wasserung im Golf von Mexiko führte statt der geplanten kontrollierten Landung.
Bernstein-Analyst Douglas Harned bewertet den Flug dennoch als „großen Erfolg“ und bekräftigt seine Einstufung Outperform mit einem Kursziel von 239 Dollar, was einem Aufwärtspotenzial von gut 110 Prozent entspräche. Auch Morgan Stanley hält an seiner Overweight-Einstufung mit Kursziel 300 Dollar fest. Deutlich zurückhaltender positioniert sich HSBC: Das Haus nahm die Coverage erst kürzlich mit einem Votum auf, das einem Kursziel von 115 Dollar entspricht – und damit unterhalb des einstigen IPO-Preises liegt. Bewertungsexperte Aswath Damodaran taxiert den fairen Wert von SpaceX auf lediglich rund 100 Dollar je Aktie.
Quartalszahlen und Lockup-Ablauf rücken näher
Anleger richten den Blick nun auf zwei Termine, die als kursbestimmend gelten. Am 4. August legt SpaceX nach Börsenschluss die ersten Quartalszahlen seit dem Börsengang vor. Erwartet werden rund 6,9 Milliarden Dollar Umsatz und ein Verlust von 0,28 Dollar je Aktie, nach einem Fehlbetrag von 1,27 Dollar im ersten Quartal. Im Gesamtjahr 2025 hatte das Unternehmen bei 19 Milliarden Dollar Umsatz einen Nettoverlust von 4,9 Milliarden Dollar verzeichnet, im ersten Quartal 2026 kamen weitere 4,28 Milliarden Dollar Verlust hinzu.
Nur zwei Tage später, am 6. August, endet die erste Sperrfrist für Insider-Aktien. Bis zu 911,5 Millionen Aktien werden dann handelbar, bis Jahresende soll die frei verfügbare Aktienzahl auf 5,33 Milliarden steigen – ein Vielfaches der aktuell im Handel befindlichen rund 639 Millionen Stück. Der Leerverkaufsanteil liegt bei etwa 30 Prozent der frei handelbaren Aktien, Shortseller sitzen dadurch auf unrealisierten Gewinnen von schätzungsweise 8 Milliarden Dollar.
Trotz des Kursverfalls bleiben einige institutionelle Investoren optimistisch: Cathie Woods ARK kaufte am Montag 124.543 SpaceX-Aktien für 14,3 Millionen Dollar zu. Der Analystenkonsens laut TipRanks liegt bei einem durchschnittlichen Kursziel von 239,04 Dollar, Raymond James traut dem Papier mit einem Kursziel von 800 Dollar sogar eine Verachtfachung zu.
Regulatorisches Umfeld bleibt in Bewegung
Parallel zur Kursbewegung sorgt die US-Luftfahrtbehörde FAA für neue Rahmenbedingungen im Raumfahrtsektor. Die Behörde schlug am Dienstag eine Regel vor, die Anforderungen aus 13 Bundesgesetzen – darunter den Endangered Species Act und den Clean Water Act – für bestimmte kommerzielle Startlizenzen aussetzen könnte, um Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. Zudem holt die FAA öffentliche Stellungnahmen zu einem neuen Flugpfad für Starship über den Westen der USA sowie zusätzlichen Notlandezonen ein; die Kommentierungsfrist läuft bis zum 3. August. Zusätzlichen Rückenwind erhielt SpaceX vom Obersten Gerichtshof von Texas, der Umweltgruppen die Klagebefugnis absprach, gegen die Sperrung des Boca-Chica-Strands während Startvorgängen vorzugehen.
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