SpaceX hat mit seinen jüngsten Zahlen und Unternehmensschritten gezeigt, wie sehr sich das Unternehmen von einem reinen Raumfahrtkonzern zu einem KI-getriebenen Infrastrukturanbieter wandelt. Die Aktie notierte am Freitag bei 120,96 Euro, ein Minus von 1,2 Prozent zum Vortag, bleibt aber auf Wochensicht mit einem Plus von 5,1 Prozent im Aufwind.
Starkes Umsatzwachstum, aber hohe Investitionen belasten
Im zweiten Quartal 2026 erzielte SpaceX einen Umsatz von 7,81 Milliarden Dollar, deutlich über den erwarteten 6,93 Milliarden Dollar und ein Sprung von 92 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 4,1 Milliarden Dollar.
Der Verlust je Aktie schrumpfte auf 9 Cent, während Analysten mit einem Minus von 26 Cent gerechnet hatten. Der Nettoverlust verringerte sich auf 541 Millionen Dollar, nach zuvor rund einer Milliarde Dollar.
Das Connectivity-Segment blieb der wichtigste Ertragsträger: Der Umsatz stieg um 66 Prozent auf 4,3 Milliarden Dollar, und nur dieser Bereich erwirtschaftete mit 1,66 Milliarden Dollar einen operativen Gewinn.
Das Space-Segment wuchs um 29 Prozent auf 962 Millionen Dollar, verzeichnete aber wegen steigender Entwicklungskosten für das Starship-Programm einen operativen Verlust von 542 Millionen Dollar. Die Starlink-Nutzerzahl verdoppelte sich binnen eines Jahres auf 12 Millionen Abonnenten.
Auffällig war der starke Kapitalbedarf: Die Investitionsausgaben schnellten im Vergleich zum Vorjahr um mehr als das Sechsfache auf 18,37 Milliarden Dollar nach oben, davon allein 15,83 Milliarden Dollar für den Ausbau der KI-Infrastruktur.
Das KI-Segment selbst legte um 247 Prozent auf 2,56 Milliarden Dollar zu, blieb mit einem operativen Verlust von 1,26 Milliarden Dollar aber noch defizitär – wenngleich der Fehlbetrag gegenüber dem Vorquartal mit 2,47 Milliarden Dollar bereits deutlich kleiner ausfiel. Die Marktreaktion auf diese Ausgabendynamik war negativ: Die Aktie verlor im nachbörslichen Handel rund 8 Prozent.
Cursor-Übernahme abgeschlossen, Milliarden-Cashpolster wächst
Ein zentraler strategischer Baustein ist inzwischen Realität geworden: Die für 60 Milliarden Dollar vereinbarte Übernahme des KI-Unternehmens Cursor wurde am Donnerstag vollzogen. Damit erweitert SpaceX sein Portfolio im Rechenzentrums- und KI-Bereich weiter, nachdem Firmenchef Elon Musk auf dem Earnings Call bereits erklärt hatte, das interne Ziel von einer Billion Dollar Jahresumsatz habe sich von 2031 auf 2030 vorgezogen – mit einer nicht auszuschließenden Chance auf 2029.
Finanziell steht SpaceX robust da: Zum Quartalsende verfügte das Unternehmen über Barmittel und Äquivalente von 93,5 Milliarden Dollar, ein deutlicher Sprung von 24,7 Milliarden Dollar zum Ende des ersten Quartals. Gleichzeitig stiegen Schulden und Finanzierungsleasing auf 36,8 Milliarden Dollar von zuvor 22 Milliarden Dollar. Der Auftragsbestand belief sich auf 47,5 Milliarden Dollar.
Lockup-Fristen und operative Rekorde
Parallel zu den Zahlen sorgt der Börsengang vom Juni weiter für Bewegung: Am 6. August lief die erste Sperrfrist für Insider-Aktien aus, rund 911,5 Millionen Aktien wurden handelbar, die Aktie schloss an diesem Tag dennoch 6,1 Prozent im Plus. Weitere Tranchen folgen – am 20. August könnten laut Prospekt weitere 319 Millionen Aktien freigegeben werden, im September und Oktober jeweils rund 700 Millionen.
Operativ bleibt SpaceX im Rekordmodus: Am Wochenende starteten zwei Falcon-9-Raketen binnen 38,5 Minuten, ein neuer Rekord in der Raumfahrt, mit Nutzlasten für Globalstar und die US Space Force. Zusätzlich baut das Unternehmen gemeinsam mit Tesla die Chipfabrik „Terafab“ in Grimes County, Texas, mit einer ersten Investition von 16,8 Milliarden Dollar und einem möglichen Gesamtvolumen von bis zu 119 Milliarden Dollar.
Mit einem Abstand von 33 Prozent zum 52-Wochen-Tief von 91,04 Euro und einem Rückstand von 38 Prozent zum Rekordhoch von 194,46 Euro zeigt der Kursverlauf, dass Anleger die massiven KI-Investitionen und die anstehenden Lockup-Ausläufe weiterhin kritisch abwägen – trotz der operativen Wachstumsdynamik.
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