Spero Therapeutics baut das gesamte Geschäftsmodell um. Das Biotech-Unternehmen kehrt der Forschung an Infektionskrankheiten den Rücken. Stattdessen setzt das Management nun voll auf die Bereiche Immunologie und Entzündungsmedizin.

Fokus auf neue Antikörper

Der wichtigste Baustein für die Zukunft ist der Antikörper SP001. Spero hält die Exklusivrechte für die Erforschung und Vermarktung außerhalb Großchinas. Das Ziel ist eine Therapie gegen die seltene IgG4-assoziierte Erkrankung. Hierbei handelt es sich um eine chronische Entzündung mit bisher wenigen Behandlungsoptionen.

Die medizinische Basis bildet das Protein CD40L. Es spielt eine zentrale Rolle bei vielen Entzündungsprozessen im Körper. Spero will diesen Signalweg blockieren. Eine klinische Phase-2-Studie soll im zweiten Quartal 2027 starten. Parallel dazu plant der Partner Innovent Biologics eine Studie gegen das Sjögren-Syndrom.

Finanzierung ohne Verwässerung

Viele Biotech-Firmen brauchen für solche Projekte frisches Kapital von Aktionären. Spero wählt einen anderen Weg. Die Firma nutzt eine spezielle Finanzierung mit Healthcare Royalty. Als Sicherheit dient das Medikament Utebzi. Dieses Antibiotikum erhielt Mitte 2026 die Zulassung der US-Gesundheitsbehörde FDA.

GSK übernimmt den weltweiten Vertrieb von Utebzi. Spero erhält im Gegenzug Lizenzgebühren und Meilensteinzahlungen. Teile dieser künftigen Einnahmen hat das Unternehmen vorab zu Geld gemacht. Das Management schont so die Bilanz. Es vermeidet eine sofortige Verwässerung der Anteile durch neue Aktien.

Markt reagiert skeptisch

Anleger bewerten den Umbau bisher zurückhaltend. Die Aktie notiert aktuell bei 1,01 Euro. Innerhalb der letzten 30 Tage verlor das Papier rund 47 Prozent an Wert. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei 23,2 Punkten. Dieser Wert deutet technisch auf einen stark überverkauften Zustand hin.

Im August 2026 veröffentlicht Spero Therapeutics die nächsten Quartalszahlen. Der Bericht wird Klarheit über die verfügbaren Barmittel und den zeitlichen Ablauf der Studien liefern. Marktbeobachter achten zudem auf die ersten Verkaufsdaten von Utebzi durch GSK. Diese Erlöse bilden das finanzielle Fundament für die neue Strategie.