Ein Wechsel an der Finanzspitze wirft bei Stabilus derzeit einen Schatten auf die gerade erst aufkeimende Erholungsstory. Finanzvorstand Andreas Jaeger hat seinen Posten mit sofortiger Wirkung niedergelegt — aus persönlichen Gründen, wie der Motion-Control-Spezialist aus Koblenz mitteilte.

Der Aufsichtsrat kam Jaegers Bitte um vorzeitige Vertragsauflösung „mit Bedauern und im gegenseitigen Einvernehmen“ nach. Bis ein Nachfolger gefunden ist, übernimmt Konzernchef Michael Büchsner das Finanzressort zusätzlich zu seiner bisherigen Rolle. Unterstützung erhält er dabei vom erfahrenen Finanzmanager Thomas Kresser. Für die dauerhafte Neubesetzung hat der Aufsichtsrat einen strukturierten Auswahlprozess gestartet.

Anleger reagieren verschnupft

Der Markt quittierte die Personalie mit Kursverlusten. Die SDAX-notierte Aktie gab zeitweise um 5,12 Prozent auf 16,30 Euro nach. Ein abrupter Wechsel an der Finanzspitze sorgt erfahrungsgemäß für Nervosität — selbst wenn das Unternehmen die Trennung als einvernehmlich darstellt.

Die Personalie trifft Stabilus in einer Phase, in der sich zuletzt ein positiveres Bild abzeichnete. Nach einer schwierigen Periode im Gegenwind der Automobilbranche hatte der Konzern zuletzt Fortschritte bei seinem Umbau signalisiert. Ein Vorstoß in Richtung humanoide Robotik hatte zusätzlich Fantasie in die Aktie gebracht — Motion-Control-Technik, die Bewegungen präzise steuert und dämpft, lässt sich schließlich nicht nur in Autotüren, sondern auch in Robotergelenken einsetzen.

Ob der CFO-Wechsel diese Erzählung stört oder nur eine kurze Unterbrechung darstellt, hängt nun stark davon ab, wie schnell und überzeugend der Aufsichtsrat einen Nachfolger präsentiert. Bis dahin liegt die operative Verantwortung für die Finanzen in der Doppelrolle von Konzernchef Büchsner — eine Übergangslösung, die der Markt zunächst mit Vorsicht bewertet.