Das kanadische Bergbauunternehmen Standard Lithium hat am gestrigen Dienstag eine vorläufige wirtschaftliche Bewertung (PEA) für sein Franklin-Projekt in Ost-Texas vorgelegt, die den massiven Umfang des Vorhabens unterstreicht.
Die Studie weist für das Projekt einen Nettobarwert nach Steuern von 5,0 Milliarden US-Dollar aus. Mit diesem Ergebnis rückt das texanische Vorhaben, das gemeinsam mit dem norwegischen Energiekonzern Equinor entwickelt wird, ins Zentrum der künftigen US-Lithiumversorgung.
Produktion erreicht neue Dimensionen
Die wirtschaftliche Analyse kalkuliert mit einer jährlichen Produktionskapazität von bis zu 70.000 Tonnen Lithiumcarbonat in Batteriequalität. Über die geplante Minenlaufzeit von 20 Jahren ergibt sich eine durchschnittliche Fördermenge von rund 64.600 Tonnen pro Jahr. Damit ist das Franklin-Projekt in seinen Dimensionen mehr als dreimal so groß wie das ebenfalls in der Entwicklung befindliche South West Arkansas (SWA) Projekt des Unternehmens.
Die finanziellen Kennzahlen der Studie weisen bei einem angenommenen Diskontsatz von 8 Prozent einen internen Zinsfuß (IRR) von 24 Prozent aus. Die initiale Amortisationszeit für das investierte Kapital wird auf 3,1 Jahre geschätzt. Um diese Kapazitäten zu realisieren, ist jedoch ein erheblicher finanzieller Aufwand nötig: Die Studie veranschlagt die anfänglichen Investitionskosten (Capex) auf rund 3,5 Milliarden US-Dollar.
Partnerschaft mit Equinor stärkt operative Basis
Das Projekt wird im Rahmen eines Joint Ventures betrieben, an dem Standard Lithium einen Anteil von 55 Prozent hält, während der Partner Equinor mit 45 Prozent beteiligt ist. Die Zusammenarbeit mit dem norwegischen Staatskonzern gilt als entscheidend für die Bewältigung der hohen Investitionssummen und der technischen Komplexität bei der Gewinnung aus Sole-Lagerstätten in der Smackover-Formation.
Die nächsten Schritte für die Entwicklung in Texas sind bereits skizziert. Nach dem Abschluss der aktuellen Untersuchung bereiten die Partner für das Jahr 2027 die Erstellung einer umfassenden Vor-Machbarkeitsstudie (PFS) vor. Diese soll die technischen Annahmen weiter konkretisieren und die Basis für die spätere finale Investitionsentscheidung bilden.
Marktreaktion und langfristiger Ausblick
Obwohl die neuen Daten das fundamentale Potenzial der Liegenschaften in Texas unterstreichen, hat die Aktie im laufenden Jahr mit erheblichem Gegenwind zu kämpfen. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Minus von 47 Prozent.
Am heutigen Mittwoch legte der Kurs im frühen Handel um 2,8 Prozent auf 2,11 Euro zu. Trotz dieser kurzfristigen Erholung notiert der Wert weiterhin rund 34 Prozent unter seinem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt von 3,19 Euro.
Anleger blicken derzeit verstärkt auf die Fortschritte bei der Sicherung der Abnahmeketten. Erst vor gut einer Woche konnte das Unternehmen ein bindendes Abkommen mit LG Energy Solution vermelden, das die Abnahme von 8.000 Tonnen Lithium pro Jahr über einen Zeitraum von zehn Jahren vorsieht.
Zudem wurde vor gut drei Wochen die Umweltprüfung durch das US-Energieministerium (DOE) für das SWA-Projekt erfolgreich abgeschlossen, was den Weg für staatliche Fördergelder in Höhe von 225 Millionen US-Dollar ebnete. Der nun vorliegende Ressourcenbericht und die wirtschaftliche Bewertung für das Franklin-Projekt ergänzen diese operativen Fortschritte um eine langfristige Wachstumskomponente.
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