Die Aktie von Starbucks notiert am heutigen Dienstag schwächer, während das Management die langfristige Neuausrichtung des Kaffeegiganten vorantreibt. Das Wertpapier verliert 2,9 % und steht aktuell bei 83,32 Euro. Trotz des kurzfristigen Rücksetzers blickt Konzernchef Brian Niccol auf eine Phase der strategischen Schärfung zurück.
In einem gestern veröffentlichten Schreiben zum zweijährigen Bestehen der Verpflichtung „Back to Starbucks“ erklärte der CEO, dass dieser Fokus dem Unternehmen geholfen habe, zu seinen ursprünglichen Werten zurückzukehren und die nötige Konzentration für künftiges Wachstum zu finden.
Massive Investitionen in das Filialnetz
Ein zentraler Baustein dieser Strategie ist die Modernisierung der weltweiten Standorte. Wie Niccol laut CNBC am vergangenen Donnerstag erläuterte, plant der Konzern, bis zum Ende des Geschäftsjahres 2026 mindestens 1.500 Filialen umfassend zu renovieren.
Für das darauffolgende Geschäftsjahr sieht die Planung vor, tausende weitere Cafés auf den neuesten Stand zu bringen. Ziel ist es, die Arbeitsabläufe hinter dem Tresen zu optimieren und das Ambiente für die Kunden attraktiver zu gestalten, um die Effizienz der Standorte nachhaltig zu steigern.
Diese baulichen Maßnahmen folgen auf eine Phase solider Geschäftsergebnisse. Im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres, das Ende Juni abgeschlossen wurde, konnte Starbucks den vergleichbaren Filialumsatz weltweit um 7,9 % steigern. Damit übertraf der Konzern die Markterwartungen von 5,7 % deutlich. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag mit 0,85 US-Dollar ebenfalls über den Prognosen der Analysten. Der Umsatz belief sich in diesem Zeitraum auf 9,3 Milliarden US-Dollar.
Angepasste Prognosen und strukturelle Veränderungen
Aufgrund der positiven Entwicklung im bisherigen Jahresverlauf hat die Konzernleitung die Ziele für das Gesamtjahr 2026 angehoben. Der bereinigte Gewinn je Aktie wird nun in einer Spanne von 2,55 bis 2,65 US-Dollar erwartet.
Zudem prognostiziert das Unternehmen für das vierte Quartal ein Wachstum des vergleichbaren Filialumsatzes in den USA von mindestens 6,5 %. Die konsolidierte Marge für das gesamte Geschäftsjahr soll laut Unternehmensangaben bei über 11 % liegen.
Flankiert wird dieser operative Kurs von tiefgreifenden strukturellen Änderungen im internationalen Geschäft. Im April wurde die Übergabe von 60 % der Anteile am chinesischen Retail-Geschäft an die Boyu Capital Group abgeschlossen.
Starbucks bleibt mit 40 % an dem Joint Venture beteiligt und behält die Rolle als Markeneigentümer sowie Lizenzgeber. Diese Neuausrichtung soll helfen, die Marktposition in China effizienter zu managen, während sich die Konzernzentrale stärker auf das US-Kerngeschäft und die globale Markenführung konzentriert.
Konsumklima und saisonale Impulse
Am heutigen Dienstag startete Starbucks zudem eine weltweite Marketing-Aktion, um die herbstliche Saison zu beleben. Zum 60. Jahrestag des Zeichentrick-Specials „It’s the Great Pumpkin, Charlie Brown“ brachte die Kette eine limitierte Peanuts-Kollektion in die Läden.
Die Aktion umfasst zehn verschiedene Sammlerstücke mit herbstlichen Motiven und den bekannten Charakteren rund um Snoopy und Charlie Brown. Solche saisonalen Impulse sind ein fester Bestandteil der Verkaufsstrategie, um die Kundenfrequenz in den Übergangsmonaten zu erhöhen.
Dennoch steht die gesamte Gastronomiebranche vor Herausforderungen. Hohe Kosten für Rohstoffe, ein angespannter Arbeitsmarkt und ein schwankendes Konsumverhalten belasten laut Medienberichten viele Marktteilnehmer.
Während die Branche in den vergangenen sechs Monaten insgesamt hinter der Entwicklung des breiten Aktienmarktes zurückblieb, weist die Starbucks-Aktie seit Jahresbeginn ein Plus von 15 % auf. Anleger achten nun darauf, ob die ehrgeizigen Renovierungsziele und die starke Umsatzdynamik aus dem dritten Quartal auch im bevorstehenden Jahresabschluss bestätigt werden können.
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