Der 22-Milliarden-Schock sitzt tief. Anfang Februar brach die Stellantis-Aktie an der NYSE um 28 Prozent ein – der heftigste Handelstag in der Börsengeschichte des Konzerns. Auslöser war eine massive Abschreibung im Zusammenhang mit der Elektrifizierungsstrategie. Nun prüft eine US-Kanzlei, ob Anleger zu spät gewarnt wurden.
Die amerikanische Anwaltskanzlei Levi & Korsinsky hat eine Untersuchung eingeleitet. Im Fokus: mögliche Verstöße gegen US-Wertpapiergesetze. Die Mailänder Wirtschaftszeitung Milano Finanza berichtete über den Vorstoß. Die zentrale Frage lautet: Hätte der Konzern früher über das Ausmaß der Probleme informieren müssen?
Batteriefabrik-Aus verschärft die Lage
Die Krise zeigt sich konkret beim Batteriezellen-Joint-Venture ACC, das Stellantis gemeinsam mit Mercedes-Benz und TotalEnergies betreibt. In einem offiziellen Statement bezeichnet ACC den Bau neuer Batteriefabriken mittlerweile als „völlig unverantwortlich“. Der Markt für Elektrofahrzeuge wachse deutlich langsamer als erwartet, heißt es in der Mitteilung. Die geplanten Werke in Deutschland und Italien wurden bereits gestoppt.
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Die europäischen Hersteller leiden unter der schleppenden Nachfrage. Stellantis hatte massiv in die Elektromobilität investiert – und muss nun die Folgen tragen. Die 22-Milliarden-Abschreibung spiegelt das Dilemma wider: Überkapazitäten bei gleichzeitig schwächelndem Absatz.
EU plant Protektionismus
Ausgerechnet jetzt arbeitet die EU-Kommission an einem Gesetzentwurf, der die Spielregeln verschärfen könnte. Laut einem Bericht der Financial Times sollen staatliche Förderungen für E-Autos künftig an strenge „Europe-First“-Regeln gekoppelt werden. Demnach müssten die Fahrzeuge innerhalb der EU montiert werden und mindestens 70 Prozent ihrer Teile aus Europa beziehen.
Volkswagen und Stellantis hatten zuvor eine „Buy European“-Industriepolitik gefordert. Ob die geplanten Regelungen dem angeschlagenen Konzern helfen können, bleibt abzuwarten. Zunächst dürfte Stellantis mit den Konsequenzen des historischen Kurseinbruchs beschäftigt sein – und möglicherweise bald auch mit verärgerten US-Anlegern vor Gericht.
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