Michael Saylor hat jahrelang eine Botschaft gepredigt: niemals verkaufen. Jetzt bricht Strategy offiziell mit diesem Grundsatz — und das nach einem Quartalsverlust von 12,54 Milliarden Dollar.
Das Management bestätigte im Rahmen der Q1-2026-Ergebnisse, dass taktische Bitcoin-Verkäufe künftig zum Werkzeugkasten gehören. Ziel: Dividenden finanzieren, Steuervorteile realisieren und die Kapitalstruktur stabilisieren. CEO Phong Le und Executive Chairman Saylor sprechen von einem algorithmischen Management der Bitcoin-Reserve — kein Ausverkauf, aber aktive Steuerung.
Milliardenverlust, wachsendes Softwaregeschäft
Der Nettoverlust von 38,25 Dollar je Aktie im ersten Quartal verfehlte die Analystenerwartungen deutlich. Treiber war eine nicht zahlungswirksame Wertminderung von 14,46 Milliarden Dollar auf die digitalen Vermögenswerte — Bitcoin hatte im Berichtszeitraum an Marktwert verloren.
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Das operative Softwaregeschäft entwickelte sich indes besser. Der Umsatz stieg um knapp zwölf Prozent auf 124,3 Millionen Dollar, getragen von Produktlizenzen und Abonnementdiensten.
Taktische Verkäufe, steuerliche Logik
Strategy hält derzeit rund 818.000 Bitcoin — etwa 3,9 Prozent des gesamten umlaufenden Angebots. Verkäufe aus Beständen mit höheren Einstandspreisen könnten steuerliche Vorteile von bis zu 2,2 Milliarden Dollar freisetzen. Da Bitcoin steuerlich als Sachvermögen und nicht als Wertpapier gilt, greifen die für Aktien üblichen Wash-Sale-Regeln nicht — ein struktureller Vorteil, den das Unternehmen nun aktiv nutzen will.
Parallel skaliert Strategy seine bevorzugte Aktienklasse „STRC“ auf 8,5 Milliarden Dollar ausstehend. Die damit verbundenen Dividendenpflichten könnten künftig halbmonatlich statt monatlich bedient werden.
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Analysten bleiben optimistisch — vorerst
Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt bei rund 315,70 Dollar, der Konsens lautet „Strong Buy“. Einige Häuser haben ihre Ziele nach dem Quartalsbericht und der Abkehr vom „Never Sell“-Narrativ bereits nach unten angepasst — der breite Optimismus hält sich dennoch.
Die Aktie notiert aktuell bei 159 Euro und hat in den vergangenen 30 Tagen knapp 49 Prozent zugelegt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 391,80 Euro trennt den Kurs allerdings noch mehr als die Hälfte.
Entscheidend für die Marktreaktion wird sein, wie stark taktische Verkäufe die zentrale Kennzahl „Bitcoin je Aktie“ belasten. Strategy betonte, langfristig Nettokäufer zu bleiben — die Glaubwürdigkeit dieser Aussage wird sich an den nächsten Quartalszahlen messen lassen.
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