Strategy zieht Anleger wieder stärker an – und das hat vor allem einen Grund: Bitcoin legt zu, und das Unternehmen erhöht seinen Einsatz weiter. Gleichzeitig schraubt der Konzern erneut an der Attraktivität seiner Vorzugsaktien, um frisches Kapital anzuziehen. Doch wie solide ist dieses Konstrukt, wenn der Bitcoin-Kurs wieder dreht?
Bitcoin-Rally als Kurstreiber
Die Aktie gilt vielen Marktteilnehmern als indirekter „Bitcoin-Proxy“. Steigt Bitcoin, wächst auch der Marktwert des riesigen Krypto-Bestands – und damit meist die Fantasie rund um die Aktie. Genau dieses Muster war diese Woche erneut zu sehen, als Bitcoin auf den höchsten Stand seit knapp einem Monat kletterte.
Am Freitag schloss die Aktie bei 115,00 Euro und gab damit auf Tagessicht um 4,52% nach. Das unterstreicht: Der Titel reagiert zwar stark auf Rückenwind bei Bitcoin, bleibt aber gleichzeitig anfällig für schnelle Stimmungswechsel.
3.015 Bitcoin nachgekauft – Bestand über 720.000 BTC
Laut einer am 2. März bei der US-Börsenaufsicht eingereichten Meldung hat Strategy zwischen dem 23. Februar und 1. März weitere 3.015 Bitcoin für insgesamt 204,1 Millionen US-Dollar gekauft. Der durchschnittliche Kaufpreis lag bei rund 67.700 US-Dollar je Bitcoin. Damit stieg der Bestand auf 720.737 BTC.
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Finanziert wurde der Zukauf zum großen Teil über den Verkauf von Class-A-Aktien (rund 230 Millionen US-Dollar). Ein kleinerer Anteil – etwa 7 Millionen US-Dollar, rund 3% – kam aus „at-the-market“-Verkäufen der „Stretch“-Vorzugsaktien, die dabei unter Nennwert platziert wurden.
In Summe hat Strategy seit 2020 rund 54,77 Milliarden US-Dollar in den Aufbau seiner Bitcoin-Reserve investiert. Der durchschnittliche Einstand liegt bei etwa 75.985 US-Dollar pro Bitcoin. Gemessen an der langfristig begrenzten Gesamtmenge von 21 Millionen Bitcoin hält das Unternehmen damit mehr als 3,4% der später maximal verfügbaren Coins.
Vorzugsaktien: Dividende rauf, Aktivität auf Rekordniveau
Parallel läuft die Kapitalmaschine über Vorzugsaktien auf Hochtouren. Bei der „Stretch“-Serie (STRC) meldete der Markt laut Bericht die höchste Tagesaktivität seit Handelsstart im Juli 2025: An einem Dienstag wurden STRC-Papiere genutzt, um grob 1.000 Bitcoin zu finanzieren – begleitet von einem Handelsvolumen von 198,7 Millionen US-Dollar (deutlich über dem 30-Tage-Schnitt von 123,3 Millionen US-Dollar).
Zusätzlich erhöhte der Vorstand die jährliche Dividendenrate der STRC-Aktien auf 11,5% (zuvor 11,25%) für monatliche Perioden ab dem 1. März. Es ist bereits die siebte Dividendenerhöhung in Folge seit Juli 2025. Die Botschaft ist klar: Die Vorzugsaktie soll für einkommensorientierte Anleger attraktiv bleiben, damit Strategy seine Bitcoin-Käufe weiter finanzieren kann.
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Zahlen, Bilanzlogik und der „Verstärker“-Effekt
Operativ zeigt das Softwaregeschäft laut Text eine gewisse Stabilität: Für das Quartal bis Dezember 2025 wurden 122,99 Millionen US-Dollar Umsatz gemeldet – leicht über den Erwartungen und etwas über dem Vorjahreswert (120,7 Millionen US-Dollar). Drei der letzten vier Quartale lagen damit beim Umsatz über den Schätzungen.
Der große Einflussfaktor bleibt aber die Bilanzierung des Bitcoin-Bestands: Durch die neuen Fair-Value-Regeln (FASB) schlagen Bitcoin-Schwankungen direkt auf die Gewinn- und Verlustrechnung durch. Der hohe Nettoverlust im vierten Quartal 2025 von 12,4 Milliarden US-Dollar wird im Artikel nahezu vollständig als nicht realisierter Buchverlust beschrieben – also kein unmittelbarer Cash-Abfluss, aber ein massiver Stimmungstreiber für den Markt.
Strukturell unterscheidet sich die Aktie damit von einem direkten Bitcoin-Investment oder einem Spot-ETF vor allem durch den Hebel: Strategy finanziert Zukäufe über Wandelanleihen (rund 8,2 Milliarden US-Dollar ausstehend) und mehrere Vorzugsaktien-Serien. Das kann Bitcoin-Bewegungen verstärken – nach oben wie nach unten. Um Dividenden bedienen zu können, ohne Bitcoin verkaufen zu müssen, wurde zudem eine Cash-Reserve von 2,25 Milliarden US-Dollar aufgebaut, die laut Text für mehr als 2,5 Jahre reichen soll. Verwässerung bleibt dennoch ein Dauer-Thema, weil weitere Aktienemissionen Teil des Modells sind; im laufenden ATM-Programm waren per 1. Februar 2026 noch rund 8,1 Milliarden US-Dollar verfügbar.
Zum nächsten festen Prüfstein wird der 4. Mai 2026: Dann stehen die nächsten Quartalszahlen an – und damit auch der nächste offizielle Blick darauf, wie sich die Bitcoin-Bewertung nach Fair-Value-Regeln durch die Bilanz und Ergebnisrechnung frisst.
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