Strategy Aktie: Betriebsabläufe untersucht

Strategy erhöht seinen Bitcoin-Bestand auf über 720.000 Coins und macht Vorzugsaktien durch Dividenden attraktiver, um Käufe zu finanzieren. Die Aktie agiert als gehebelter Bitcoin-Proxy.

Strategy Aktie
Kurz & knapp:
  • Neuer Bitcoin-Zukauf von 3.015 Coins
  • Dividende für Vorzugsaktien erneut erhöht
  • Aktie als gehebelter Bitcoin-Proxy
  • Nächste Quartalszahlen am 4. Mai 2026

Strategy zieht Anleger wieder stärker an – und das hat vor allem einen Grund: Bitcoin legt zu, und das Unternehmen erhöht seinen Einsatz weiter. Gleichzeitig schraubt der Konzern erneut an der Attraktivität seiner Vorzugsaktien, um frisches Kapital anzuziehen. Doch wie solide ist dieses Konstrukt, wenn der Bitcoin-Kurs wieder dreht?

Bitcoin-Rally als Kurstreiber

Die Aktie gilt vielen Marktteilnehmern als indirekter „Bitcoin-Proxy“. Steigt Bitcoin, wächst auch der Marktwert des riesigen Krypto-Bestands – und damit meist die Fantasie rund um die Aktie. Genau dieses Muster war diese Woche erneut zu sehen, als Bitcoin auf den höchsten Stand seit knapp einem Monat kletterte.

Am Freitag schloss die Aktie bei 115,00 Euro und gab damit auf Tagessicht um 4,52% nach. Das unterstreicht: Der Titel reagiert zwar stark auf Rückenwind bei Bitcoin, bleibt aber gleichzeitig anfällig für schnelle Stimmungswechsel.

3.015 Bitcoin nachgekauft – Bestand über 720.000 BTC

Laut einer am 2. März bei der US-Börsenaufsicht eingereichten Meldung hat Strategy zwischen dem 23. Februar und 1. März weitere 3.015 Bitcoin für insgesamt 204,1 Millionen US-Dollar gekauft. Der durchschnittliche Kaufpreis lag bei rund 67.700 US-Dollar je Bitcoin. Damit stieg der Bestand auf 720.737 BTC.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Strategy?

Finanziert wurde der Zukauf zum großen Teil über den Verkauf von Class-A-Aktien (rund 230 Millionen US-Dollar). Ein kleinerer Anteil – etwa 7 Millionen US-Dollar, rund 3% – kam aus „at-the-market“-Verkäufen der „Stretch“-Vorzugsaktien, die dabei unter Nennwert platziert wurden.

In Summe hat Strategy seit 2020 rund 54,77 Milliarden US-Dollar in den Aufbau seiner Bitcoin-Reserve investiert. Der durchschnittliche Einstand liegt bei etwa 75.985 US-Dollar pro Bitcoin. Gemessen an der langfristig begrenzten Gesamtmenge von 21 Millionen Bitcoin hält das Unternehmen damit mehr als 3,4% der später maximal verfügbaren Coins.

Vorzugsaktien: Dividende rauf, Aktivität auf Rekordniveau

Parallel läuft die Kapitalmaschine über Vorzugsaktien auf Hochtouren. Bei der „Stretch“-Serie (STRC) meldete der Markt laut Bericht die höchste Tagesaktivität seit Handelsstart im Juli 2025: An einem Dienstag wurden STRC-Papiere genutzt, um grob 1.000 Bitcoin zu finanzieren – begleitet von einem Handelsvolumen von 198,7 Millionen US-Dollar (deutlich über dem 30-Tage-Schnitt von 123,3 Millionen US-Dollar).

Zusätzlich erhöhte der Vorstand die jährliche Dividendenrate der STRC-Aktien auf 11,5% (zuvor 11,25%) für monatliche Perioden ab dem 1. März. Es ist bereits die siebte Dividendenerhöhung in Folge seit Juli 2025. Die Botschaft ist klar: Die Vorzugsaktie soll für einkommensorientierte Anleger attraktiv bleiben, damit Strategy seine Bitcoin-Käufe weiter finanzieren kann.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Strategy?

Zahlen, Bilanzlogik und der „Verstärker“-Effekt

Operativ zeigt das Softwaregeschäft laut Text eine gewisse Stabilität: Für das Quartal bis Dezember 2025 wurden 122,99 Millionen US-Dollar Umsatz gemeldet – leicht über den Erwartungen und etwas über dem Vorjahreswert (120,7 Millionen US-Dollar). Drei der letzten vier Quartale lagen damit beim Umsatz über den Schätzungen.

Der große Einflussfaktor bleibt aber die Bilanzierung des Bitcoin-Bestands: Durch die neuen Fair-Value-Regeln (FASB) schlagen Bitcoin-Schwankungen direkt auf die Gewinn- und Verlustrechnung durch. Der hohe Nettoverlust im vierten Quartal 2025 von 12,4 Milliarden US-Dollar wird im Artikel nahezu vollständig als nicht realisierter Buchverlust beschrieben – also kein unmittelbarer Cash-Abfluss, aber ein massiver Stimmungstreiber für den Markt.

Strukturell unterscheidet sich die Aktie damit von einem direkten Bitcoin-Investment oder einem Spot-ETF vor allem durch den Hebel: Strategy finanziert Zukäufe über Wandelanleihen (rund 8,2 Milliarden US-Dollar ausstehend) und mehrere Vorzugsaktien-Serien. Das kann Bitcoin-Bewegungen verstärken – nach oben wie nach unten. Um Dividenden bedienen zu können, ohne Bitcoin verkaufen zu müssen, wurde zudem eine Cash-Reserve von 2,25 Milliarden US-Dollar aufgebaut, die laut Text für mehr als 2,5 Jahre reichen soll. Verwässerung bleibt dennoch ein Dauer-Thema, weil weitere Aktienemissionen Teil des Modells sind; im laufenden ATM-Programm waren per 1. Februar 2026 noch rund 8,1 Milliarden US-Dollar verfügbar.

Zum nächsten festen Prüfstein wird der 4. Mai 2026: Dann stehen die nächsten Quartalszahlen an – und damit auch der nächste offizielle Blick darauf, wie sich die Bitcoin-Bewertung nach Fair-Value-Regeln durch die Bilanz und Ergebnisrechnung frisst.

Strategy-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Strategy-Analyse vom 9. März liefert die Antwort:

Die neusten Strategy-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Strategy-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 9. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Strategy: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Strategy

Über Felix Baarz 2064 Artikel
Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.