Strategy Aktie: Der Preis der Million

Strategy finanziert seine ambitionierte Bitcoin-Sammlung zunehmend mit teuren Vorzugsaktien, was jährliche Dividendenverpflichtungen von über einer Milliarde US-Dollar verursacht und den Aktienkurs unter Druck setzt.

Strategy Aktie
Kurz & knapp:
  • Jährliche Dividendenlast übersteigt eine Milliarde Dollar
  • Bitcoin-Bestand wächst auf über 761.000 Token an
  • Aktienkurs notiert 70 Prozent unter Jahreshoch
  • Neuer Finanzierungsplan umfasst 84 Milliarden Dollar

Das Ziel ist historisch: Strategy will eine Million Bitcoin in seiner Bilanz vereinen. Um diesen Meilenstein zu erreichen, verändert das Unternehmen jedoch radikal seine Finanzierungsstruktur. Statt gewöhnlicher Aktien rücken nun teure Vorzugspapiere in den Fokus – ein Strategieschwenk, der die jährlichen Verpflichtungen in Milliardenhöhe treibt und am Markt für Skepsis sorgt.

Die neue Finanzierungsstruktur

Letzte Woche markierte einen Wendepunkt in der Kapitalbeschaffung. Erstmals nutzte Strategy seine Vorzugsaktien der Serie STRC als primäres Instrument für Bitcoin-Käufe. Mit Einnahmen von 1,18 Milliarden US-Dollar übertrafen diese Papiere die Verkäufe von Stammaktien in Höhe von 396 Millionen US-Dollar deutlich. Diese Verschiebung hat einen direkten Preis: Da das ausstehende Volumen der Vorzugsaktien die Marke von 10 Milliarden US-Dollar überschritten hat, belaufen sich die jährlichen Dividendenverpflichtungen mittlerweile auf über eine Milliarde US-Dollar.

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Das frische Kapital fließt direkt in den weiteren Ausbau der Krypto-Reserven. Zwischen dem 9. und 15. März erwarb das Unternehmen weitere 22.337 Bitcoin. Damit wächst der Gesamtbestand auf 761.068 Token an. Um das inoffizielle Ziel von einer Million Bitcoin – was fast fünf Prozent der maximalen Umlaufmenge entspräche – bis Ende 2026 zu erreichen, ist ein anhaltend hohes Kauftempo nötig. Basierend auf historischen Durchschnittswerten und der aktuellen Liquidität halten Marktbeobachter das Erreichen dieser Schwelle im September 2026 für ein realistisches Szenario.

Bewertungsabschlag und Kursdruck

Obwohl das Unternehmen unermüdlich zukauft, spiegelt der Aktienkurs diese Expansion aktuell nicht wider. Der Titel verzeichnete am Freitag einen Rückgang von 2,75 Prozent auf 116,60 Euro und notiert damit gut 70 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Tatsächlich bewertet der Markt Strategy derzeit mit einem Abschlag. Die Marktkapitalisierung liegt unter dem Wert der gehaltenen Bitcoin, was sich in einem Net Asset Value (mNAV) von 0,81 ausdrückt.

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Kritiker bemängeln, dass die starke Abhängigkeit von hochverzinslichem Vorzugskapital bei anhaltenden Buchverlusten zu einer schwer tragbaren Belastung werden könnte. Bei den aktuellen Krypto-Preisen belaufen sich diese nicht realisierten Verluste auf rund 1,6 Milliarden US-Dollar. Erste Warnsignale zeigen sich bereits bei den STRC-Papieren, die zuletzt an drei aufeinanderfolgenden Tagen unter ihrem Nennwert von 100 US-Dollar gehandelt wurden.

Um die ehrgeizigen Ziele dennoch zu finanzieren, hat das Management den sogenannten „42/42“-Plan aufgelegt. Dieser sieht bis 2027 kombinierte Aktienangebote und Wandelanleihen im Wert von 84 Milliarden US-Dollar vor. Die erfolgreiche Umsetzung dieses massiven Kapitalbedarfs hängt nun direkt von drei konkreten Faktoren ab: der regulatorischen Toleranz für diese wachsende Marktkonzentration, der weiteren Preisentwicklung von Bitcoin und der anhaltenden Bereitschaft der Investoren, die neuen Vorzugspapiere trotz erster Preisabschläge aufzunehmen.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.