Während sich die meisten Unternehmen nach einer Aufnahme in den S&P 500 sehnen, schreibt Strategy seine eigene Spielregeln. Gestern trat der umstrittene Index-Ausschluss in Kraft – und die Aktie zeigt sich erstaunlich robust. Doch was steckt wirklich hinter der unerwarteten Stärke des Bitcoin-Pioniers?

S&P 500-Ausschluss ohne Bärenparty

Die Entscheidung gegen eine Aufnahme in den bedeutendsten US-Aktienindex markiert eigentlich eine herbe Niederlage. Dennoch reagierten die Märkte mit einer Überraschung: Statt einzubrechen, gewann die Aktie nach der Ankündigung drei Prozent und verteidigte wichtige technische Unterstützungsniveaus. Offenbar wiegt für viele Anleger eine andere Strategie schwerer als die Index-Zugehörigkeit.

Bitcoin-All-in als Kursmotor

Strategy fährt weiter voll auf Bitcoin-Kurs – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Das Unternehmen hat seine aggressive Kaufpolitik für die Kryptowährung unvermindert fortgesetzt und sich als größter corporate Holder von Bitcoin positioniert. Diese radikale Strategie ist zum dominierenden Werttreiber geworden:

  • Gesamtbestand: Rund 638.985 BTC hält das Unternehmen aktuell
  • Jüngster Zukauf: Weitere 525 BTC für etwa 60,2 Millionen Dollar
  • Quartalsergebnis Q2 2025: Nettoeinkommen explodierte auf 10,02 Milliarden Dollar

Seit der Umstellung auf den „Bitcoin-Standard“ verbuchte die Aktie annualisierte Gewinne von 91 Prozent und übertraf damit sogar Top-Tech-Werte.

Gespaltene Analystenlandschaft

Die unorthodoxe Strategie spaltet die Gemüter. Während einige Analysten vor der Abhängigkeit von der volatilen Kryptowährung warnen und auf Aktionärsverwässerung durch Aktienemissionen hinweisen, überraschen die harten Zahlen. Das Q2-Ergebnis von 32,60 Dollar pro Aktie übertraf alle Erwartungen bei weitem.

Kann Strategy seinen Sonderstatus auch ohne den Rückenwind der Indexfonds behaupten? Die Antwort liegt wohl weniger in traditionellen Kennzahlen – sondern vielmehr im Kurs von Bitcoin selbst.