Während Bitcoin auf ein Mehrmonatstief rutscht, gehen ausgerechnet große Adressen bei Strategy in die Offensive. Europas größter Vermögensverwalter Amundi hat seine Position massiv ausgebaut – und steht damit nicht allein. Was treibt Institutionelle dazu, gerade jetzt bei einem Bitcoin-nahen Titel zuzugreifen?
Amundi stockt massiv auf
Laut den jüngsten 13F-Meldungen an die US-Börsenaufsicht SEC kaufte Amundi im vierten Quartal 2025 rund 3,77 Millionen zusätzliche Strategy-Aktien. Das entspricht einem Plus von 373% und bringt die Gesamtposition auf knapp 4,8 Millionen Aktien.
Zum Jahresende 2025 wurde das Paket in den Unterlagen mit rund 728 Mio. US-Dollar bewertet, spätere Einreichungen lagen näher bei 641 Mio. US-Dollar. Für Amundi, das über 2,3 Billionen Euro verwaltet, zählt das zu den größeren Schritten in Richtung krypto-verbundener Aktien. Auch andere Häuser erhöhten: Jane Street meldete einen Ausbau um 473% auf rund 951.000 Aktien.
Warum Strategy so stark an Bitcoin hängt
Der Kernpunkt: Strategy ist inzwischen weit mehr Bitcoin-Vehikel als klassisches operatives Unternehmen. Das zeigt sich direkt in der Wahrnehmung am Markt – Gewinne und Bilanzkennzahlen werden stärker von Bitcoin-Preisschwankungen und deren bilanziellen Effekten geprägt. Das erhöht die Volatilität, sowohl fundamental als auch beim Sentiment.
Passend dazu feierte das Unternehmen zuletzt die 100. Bitcoin-Akquisition seit Einführung der Treasury-Strategie. Der jüngste Zukauf: 592 BTC für etwa 39,8 Mio. US-Dollar, finanziert durch den Verkauf von rund 297.940 Stammaktien. Insgesamt sollen sich die Bestände auf 717.722 BTC summieren, angeschafft für rund 54,56 Mrd. US-Dollar – bei zuletzt spürbaren unrealisierte Verlusten.
Das Kalkül der großen Fonds
Für viele Institutionelle ist Strategy vor allem eines: ein liquider, börsennotierter Stellvertreter für Bitcoin-Exposure. Wo direkte Krypto-Investments operativ oder regulatorisch komplizierter sind, wirkt eine aktiv gehandelte Aktie wie eine pragmatische Abkürzung.
Dazu kommt die Kapitalstruktur: Strategy verfügt laut Bericht noch über rund 7,84 Mrd. US-Dollar an verbleibender Kapazität für die Ausgabe von Stammaktien sowie etwa 37,35 Mrd. US-Dollar in verschiedenen „At-the-market“-Programmen. Das verschafft Spielraum, um weitere Bitcoin-Käufe über neue Aktien zu finanzieren – macht aber auch deutlich, wie eng die Story mit potenzieller Verwässerung und Leverage verknüpft bleibt.
Am Kurs zeigt sich der Druck dennoch: Der Schlusskurs am Freitag lag bei 109,55 Euro, über 30 Tage steht ein Minus von 17,35% zu Buche.
Zum Monatsende Februar 2026 verdichtet sich damit ein spannender Gegensatz: Institutionelle bauen Positionen aus, während das Unternehmen seinen Bitcoin-Kurs unbeirrt fortsetzt – inklusive weiterer, aktienfinanzierter Zukäufe. Entscheidend wird in den nächsten Wochen sein, ob der Bitcoin-Preis stabilisiert und damit auch die stark daran gekoppelte Aktie etwas Luft bekommt.
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