Strategy will mit häufigeren Ausschüttungen auf seine Vorzugsaktien die Finanzierungskosten senken. Michael Saylor erklärte gestern, künftig tägliche Zahlungen für STRC anzustreben – einschließlich der Wochenenden. Das ist bislang ein Vorhaben, keine bestätigte Umstellung. Zugleich erwartet Saylor, dass sich der Renditeaufschlag gegenüber US-Staatsanleihen deutlich verringern könnte.

Ausschüttungen auch am Wochenende geplant

Bei der Zahlungshäufigkeit hat Strategy bereits mehrere Schritte vollzogen. Auf quartalsweise Ausschüttungen folgten monatliche und anschließend zweimal monatliche Zahlungen. Mit dem nun angestrebten täglichen Rhythmus würde das Unternehmen diesen Weg fortsetzen.

Den Vergleich liefert Strive. Saylor räumte gestern ein, dass der Wettbewerber Strategy bei der Häufigkeit der Vorzugsaktien-Dividenden übertroffen habe. Strive zahlt für SATA an jedem Geschäftstag. Saylors Plan für STRC geht beim Zahlungsrhythmus darüber hinaus: Er schließt ausdrücklich auch Wochenenden ein.

Für Anleger sind dabei zwei Aspekte zu unterscheiden. Häufigere Zahlungen verändern den Ausschüttungsrhythmus. Ob zugleich die von Investoren verlangte Rendite sinkt, ist eine andere Frage. Genau darauf richtet sich Saylors Erwartung niedrigerer Finanzierungskosten.

Saylor erwartet sinkende Renditeaufschläge

Der Renditeaufschlag von STRC gegenüber zehnjährigen US-Staatsanleihen liegt laut Saylor derzeit bei rund 700 Basispunkten. Zunächst erwartet er eine Verringerung auf 400–500 Basispunkte.

Diese Einschätzung ist eine Erwartung und noch kein erreichter Finanzierungsvorteil. Der geplante Zahlungsrhythmus und die erhoffte Verringerung des Aufschlags dürfen deshalb nicht als bereits umgesetzte Kostensenkung verstanden werden.

Langfristig hält Saylor einen Aufschlag von 200–300 Basispunkten für möglich. Nach seiner Darstellung hält Strategy außerdem eine Barreserve vor, die rund 3,5 Jahresdividenden entspricht.

Die Reserve stellt Saylor damit den laufenden Ausschüttungsverpflichtungen gegenüber. Sie ist jedoch von seiner Prognose zur künftigen Renditeentwicklung zu trennen: Eine vorhandene Liquiditätsreserve bestätigt noch keinen niedrigeren Renditeaufschlag.

November-Dividende bleibt an Zustimmung gebunden

Für die nächste Ausschüttungsphase hat der Strategy-Vorstand bereits einen bedingten Beschluss gefasst. Für November ist bei STRC eine Jahresdividendenrate von 12 % vorgesehen. Voraussetzung ist die Zustimmung der Aktionäre am 28. Oktober.

Diese Entscheidung betrifft die Dividendenrate. Sie ist nicht gleichbedeutend mit einer bereits beschlossenen täglichen Auszahlung einschließlich der Wochenenden.

Die Rate soll gelten, bis STRC dauerhaft gesund nahe 100 US-Dollar handelt. Für Anleger stehen damit zunächst die Aktionärsentscheidung und anschließend die tatsächliche Ausgestaltung der Zahlungen im Mittelpunkt. Saylors weitergehendes Ziel bleibt eine Finanzierung zu niedrigeren Renditeaufschlägen; erreicht ist es noch nicht.