Stryker verfehlt im dritten Quartal die Erwartungen, und der Markt rechnet nach. Während das Unternehmen von solider Substanz spricht, senken mehrere Analysten ihre Kursziele. Der Grund liegt vor allem im Geschäft mit Hüft- und Kniegelenken.

Zahlen knapp unter den Erwartungen

Der Umsatz stieg um 7,7 Prozent auf 6,5 Milliarden Dollar, der bereinigte Gewinn je Aktie legte um 10,3 Prozent auf 3,52 Dollar zu. Die Marktschätzungen lagen mit rund 6,62 Milliarden Dollar Umsatz und einem um 3 Cent höheren Gewinn je Aktie leicht darüber.

Konzernchef Kevin Lobo räumte ein, das Ergebnis sei in absoluten Zahlen gut, bleibe aber hinter den eigenen Erwartungen zurück. Die Sparte MedSurg und Neurotechnology wuchs mit 9,2 Prozent deutlich schneller als die Orthopädie mit 5,7 Prozent.

Die Prognose für 2026 fällt nun vorsichtiger aus. Stryker erwartet ein organisches Umsatzwachstum von 6,5 bis 7,0 Prozent. Den bereinigten Gewinn je Aktie sieht das Unternehmen bei 14,80 bis 14,90 Dollar.

Gelenkmarkt bremst

Piper Sandler verweist auf einen Markt für große Gelenke, der sich im Quartal verlangsamte. Als Ursachen nennt das Haus Probleme mit Selbstbehalten und höhere Ablehnungsquoten bei Erstattungen. Diese Information sei neu und negativ gegenüber dem, was auf einer Investorenkonferenz im Vormonat bekannt wurde.

Die Bank senkt das Kursziel auf 325 Dollar nach zuvor 390 Dollar. Sie bleibt bei „Overweight“ und rechnet mit einem kurzfristigen Problem, der Markt dürfte sich 2027 erholen. Für die Aktie erwartet sie dennoch zunächst einen Rückgang im hohen einstelligen Prozentbereich.

Andere Häuser reagieren schärfer:

  • RBC: Kursziel 375 statt 420 Dollar
  • Citizens: 390 statt 400 Dollar
  • Raymond James: 323 statt 330 Dollar
  • BMO: 309 statt 317 Dollar
  • Canaccord: Abstufung von „Buy“ auf „Hold“ wegen schwacher Umsetzung

Die Spanne der Ziele reicht damit von 309 bis 390 Dollar. Die Aktie notiert bei rund 296 Dollar und damit etwa 24 Prozent unter dem Hoch von 389 Dollar.

Rückkäufe als Stütze

Stryker kaufte im Quartal eigene Aktien für eine Milliarde Dollar zurück. Im Oktober genehmigte der Verwaltungsrat zudem eine Aufstockung des Rückkaufprogramms um drei Milliarden Dollar. Über Zeitpunkt und Umfang entscheidet das Management je nach Marktlage.

Lobo erwartet ein solides viertes Quartal und gute Dynamik für 2027. Ob der Gelenkmarkt tatsächlich anzieht, zeigen die Zahlen zum Schlussquartal, die Stryker traditionell im Januar vorlegt.