Mit -3,6% geriet Süss MicroTec am Freitag im Sog des weltweiten Ausverkaufs bei Halbleiteraktien unter Druck. dpa-AFX führte den branchenweiten Verkaufsdruck auf überraschend hohe US-Inflationsdaten zurück. Damit stand das Marktumfeld im Vordergrund, nicht eine neue Unternehmensmeldung. Die operative Frage bleibt, ob höhere Aufträge auch mit stärkeren Auslieferungen einhergehen.
Für diese Unterscheidung liefert die jüngste Einschätzung von Berenberg einen Anhaltspunkt: Das Haus erwartet höhere Bestellungen, rechnet aber mit stagnierenden Auslieferungen. Ein freundlicheres Bild beim Auftragseingang wäre demnach nicht mit einer gleichzeitigen Belebung der Auslieferungen gleichzusetzen.
Berenberg trennt Aufträge und Auslieferungen
Am Donnerstag beließ Berenberg die Einstufung für Süss MicroTec auf „Buy“ und das Kursziel bei 125 Euro. Analystin Amelie Dueckelmann-Dublany erwartete für das dritte Quartal höhere Aufträge, aber stagnierende Auslieferungen. Dabei handelt es sich um eine Erwartung, nicht um bereits veröffentlichte Geschäftszahlen.
Die Kaufempfehlung steht damit neben einer differenzierten Einschätzung des operativen Verlaufs. Für Anleger sind beide Teile relevant: Berenberg bleibt grundsätzlich positiv, erwartet bei den Auslieferungen jedoch keine Steigerung. Der Kursrückgang am Freitag und die Analysteneinschätzung betreffen folglich unterschiedliche Ebenen — das belastete Branchenumfeld einerseits und die erwartete Geschäftsentwicklung andererseits.
Als nächster Prüfpunkt ist die Veröffentlichung der Quartalsmitteilung für das dritte Quartal am 5. November geplant. Sie bietet den Anlass, die Erwartungen an Auftragseingang und Auslieferungen mit den Unternehmensangaben abzugleichen. Die positive Empfehlung nimmt dieses Ergebnis nicht vorweg.
Strategische Projekte mit anderem Zeithorizont
Neben der kurzfristigen Quartalsperspektive verfolgt Süss MicroTec strategische Vorhaben. Am Dienstag gab das Unternehmen eine Partnerschaft mit Ignite Next bekannt. Vorgesehen ist die Beteiligung an Technologie-Scouting, Start-up-Bewertungen, Expertenaustausch und Innovationsprogrammen.
Hinzu kommt der Kauf eines Grundstücks in Karlsruhe für ein geplantes Entwicklungs- und Applikationszentrum. Dort sind unter anderem rund 2.500 Quadratmeter Reinraumfläche vorgesehen. Der Grundstückskauf und das geplante Zentrum sind dabei voneinander zu unterscheiden: Der Erwerb ist erfolgt, das Zentrum bleibt ein Vorhaben.
Diese Projekte betreffen die technologische Weiterentwicklung. Sie ersetzen keine Bestätigung der erwarteten operativen Entwicklung. Für die kurzfristige Einordnung der Aktie bleibt deshalb entscheidend, welches Bild die Quartalsmitteilung bei Aufträgen und Auslieferungen zeichnet.
Stand heute, 18. Oktober: Süss MicroTec – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Süss MicroTec investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 18. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

