Volle Auftragsbücher, aber weniger Umsatz im Jahr 2026: Süss MicroTec hat die Prognose gesenkt, und die Anleger reagieren mit deutlichen Abschlägen. Der Aktienkurs fiel im frühen Handel zweistellig und erreichte das tiefste Niveau seit März.

Was sich an der Prognose ändert

Der Anlagenbauer für die Chipindustrie erwartet für 2026 nun einen Umsatz von 405 bis 425 Millionen Euro. Bisher standen 425 bis 485 Millionen Euro im Plan.

Die operative Marge (Ebit) soll bei 5 bis 7 Prozent liegen, zuvor waren es 8 bis 10 Prozent. Die Bruttomarge von 35 bis 37 Prozent bleibt unverändert.

Zwei Gründe nennt das Unternehmen. Zum einen fallen Einmalkosten für die Verlagerung der Produktion an, insgesamt rund 6,2 Millionen Euro, davon etwa 4,5 Millionen noch in diesem Jahr. Zum anderen verschieben sich Umsätze zeitlich, weil bestimmte Komponenten knapp sind. Einen Teil der Erlöse rechnet Süss daher erst 2027 ein.

Produktion rückt nach Asien

Vorstand und Aufsichtsrat bündeln die Fertigung an den beiden größten Standorten, Zhubei in Taiwan und Sternenfels in Deutschland. Mask Aligner wandern schrittweise nach Zhubei, die Modulfertigung konzentriert sich in Sternenfels. In Garching endet die Produktion, rund 70 Beschäftigte sind betroffen. Das Unternehmen kündigt einen sozialverträglichen Ablauf in Gesprächen mit den Arbeitnehmervertretern an.

COO Thomas Rohe verweist auf weniger interne Schnittstellen und Kapazitäten, die näher an den asiatischen Kundenmärkten liegen.

Kurs deutlich unter dem Rekord

Die Aktie rutschte um gut 13 Prozent ab. Seit dem Rekordhoch von gut 118 Euro im Juni hat sie mehr als 60 Prozent verloren. Auf Jahressicht liegt sie trotzdem noch rund 16 Prozent im Plus. Im frühen Handel notierte sie zeitweise bei etwa 47 Euro.

Die Nachfrage selbst scheint nicht das Problem zu sein. Der Auftragseingang blieb im dritten Quartal hoch, der Auftragsbestand erreichte ein Rekordniveau. Die sechs zuletzt erfassten Analysten sehen Kursziele zwischen 100 und 125 Euro, deutlich über dem aktuellen Kurs.

Ob diese Marken nach der Prognosesenkung Bestand haben, zeigt sich, sobald die Häuser ihre Schätzungen anpassen. Ein Teil der verschobenen Erlöse soll 2027 in den Büchern landen, sofern sich die Lieferengpässe bei den Komponenten lösen.