Super Micro Computer beendet die Handelswoche mit einem deutlichen Kursplus. Die Aktie stieg am Freitag um mehr als zehn Prozent auf rund 30,67 US-Dollar. Parallel dazu treibt der Konzern eine massive Kapitalerhöhung voran.

Milliarden für den Auftragsberg

Das Unternehmen sammelt bis zu sieben Milliarden US-Dollar am Kapitalmarkt ein. Dieser Schritt umfasst eine Aktienplatzierung über 1,25 Milliarden US-Dollar. Hinzu kommen Pflichtwandelanleihen im Wert von 3,75 Milliarden US-Dollar.

Mit dem frischen Kapital finanziert Super Micro einen gewaltigen Auftragsbestand. Dieser summierte sich zuletzt auf rund 39 Milliarden US-Dollar. Mehr als 20 Großkunden warten derzeit auf ihre KI-Server.

Wachstum trifft auf Cash-Burn

Die jüngsten Geschäftszahlen verdeutlichen das enorme Expansionstempo. Der Quartalsumsatz verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr auf 10,2 Milliarden US-Dollar. Die Bruttomarge erholte sich derweil auf 9,9 Prozent.

Allerdings verbrennt die Produktion aktuell viel Geld. Der operative Cashflow lag zuletzt bei minus 6,6 Milliarden US-Dollar. Die Schuldenlast des Konzerns beläuft sich inzwischen auf 8,8 Milliarden US-Dollar.

Umbau in der Führungsetage

Flankierend zum finanziellen Umbau ordnet das Management die interne Kontrolle neu. Board-Mitglied Wally Liaw legte sein Amt nieder. DeAnna Luna übernimmt interimistisch den Posten der Compliance-Chefin.

Luna bringt über zwei Jahrzehnte Erfahrung im Risikomanagement mit. Ihre Ernennung erfolgt während laufender Untersuchungen zu Exportkontrollen. Super Micro kooperiert derzeit mit Behörden in Taiwan wegen eines mutmaßlichen Schmugglerrings.

Der Markt für KI-Infrastruktur wächst rasant. Experten erwarten für 2026 weltweite Ausgaben von über 700 Milliarden US-Dollar. Super Micro bleibt ein zentraler Lieferant, muss aber seine Bilanz stabilisieren.