Starke Margen, schwacher Umsatz— Super Micro Computer liefert im dritten Quartal des Fiskaljahres 2026 ein gespaltenes Ergebnis. Während die Erlöse hinter den Erwartungen zurückblieben, überraschte das Unternehmen beim Gewinn deutlich nach oben.

Margen erholen sich kräftig

Der Quartalsumsatz lag bei 10,24 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Plus von 123 Prozent gegenüber dem Vorjahr— verfehlt aber die Analystenerwartungen von rund 12,3 bis 12,4 Milliarden Dollar spürbar. Gegenüber dem Vorquartal sank der Umsatz um 19 Prozent. Das Management nennt zwei Gründe: Verzögerungen bei der Inbetriebnahme von Kundenrechenzentren und anhaltende Engpässe bei CPUs und GPUs.

Beim Gewinn sieht das Bild anders aus. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte auf 0,84 Dollar— Analysten hatten 0,62 Dollar erwartet. Die bereinigte Bruttomarge sprang von 6,3 auf 10,1 Prozent. Weniger Expressfrachten, günstigere Produktmixe und besseres Lagerhandling trieben die Verbesserung.

Liquid Cooling als Wachstumswette

Super Micro baut seine Fertigungskapazität für KI-Server konsequent aus. Das Ziel: 6.000 Hochleistungs-Racks pro Monat. Davon sollen bis Ende des Fiskaljahres 3.000 Racks mit Direktflüssigkühlung ausgestattet sein.

Die Nachfrage nach dieser Technologie steigt, weil neue KI-Chips immer mehr Wärme erzeugen. Super Micro betreibt weltweit Rechenzentren mit 75 Megawatt Kapazität und errichtet im Silicon Valley Green Computing Park acht neue Gebäude für Rack-Integration und Kühlsysteme.

Cashflow und Schulden unter Druck

Die Bilanz zeigt die Kosten des schnellen Wachstums. Der operative Cashflow war im Quartal mit minus 6,6 Milliarden Dollar stark negativ. Haupttreiber: ein Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 10 Milliarden Dollar sowie hohe Lagerbestände für bevorstehende Lieferungen.

Ende März hielt das Unternehmen 1,3 Milliarden Dollar in liquiden Mitteln. Bankschulden und Wandelanleihen summierten sich auf 8,8 Milliarden Dollar. Die Aktie notiert rund 54 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 60,71 Dollar— hat sich aber seit dem Märztief bereits um mehr als 35 Prozent erholt.

Ausblick mit Rekordauftragsbestand

Für das vierte Quartal erwartet Super Micro einen Umsatz zwischen 11 und 12,5 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll zwischen 0,65 und 0,79 Dollar liegen. Für das Gesamtjahr 2026 peilt das Unternehmen 38,9 bis 40,4 Milliarden Dollar Umsatz an.

Der Auftragsbestand hat nach Unternehmensangaben ein neues Rekordhoch erreicht. Das gibt Planungssicherheit— sofern Lieferpartner wie Nvidia und AMD die Komponenten rechtzeitig bereitstellen. Genau diese Abhängigkeit bleibt das zentrale Risiko für die kommenden Monate.