Ein Preview auf die Quartalszahlen sorgt bei Super Micro Computer für Erleichterung. Der Serverhersteller hat seine Umsatzerwartung für das abgelaufene Quartal drastisch nach oben geschraubt. Die Aktie legte im vorbörslichen Handel zweistellig zu.

Prognose deutlich über Konsens

Für das Ende September abgeschlossene erste Geschäftsquartal erwartet das Unternehmen nun einen vorläufigen Umsatz von 18,5 bis 19,5 Milliarden Dollar. Zuvor hatte die Spanne bei 14,5 bis 15,5 Milliarden Dollar gelegen. Der Mittelwert der neuen Spanne liegt klar über der durchschnittlichen Analystenschätzung von rund 15 Milliarden Dollar.

Auch bei der Profitabilität gibt es Rückenwind. Die Bruttomarge soll bei 12,0 bis 12,5 Prozent liegen, bisher waren 10,4 bis 10,8 Prozent angepeilt. Das Management führt das vor allem auf einen günstigeren Kunden- und Produktmix zurück.

Mizuho-Analysten sehen darin Belege für „rapide steigende Servernachfrage“ und Rückenwind durch KI-Anwendungen mit eigenständig handelnden Agenten.

Entlastung für den ganzen KI-Sektor

Das Timing ist bemerkenswert. In den vergangenen Tagen hatten Sorgen über schuldenfinanzierte Rechenzentrumsinvestitionen und hohe Kapitalkosten den Sektor belastet. CoreWeave und Oracle gehörten zu den auffälligsten Verlierern.

Die Zahlen von Super Micro wirkten nun wie ein Stimmungsaufheller. In Asien erholten sich Halbleiterwerte kräftig: Samsung Electronics und SK Hynix gewannen in Seoul jeweils rund sechs Prozent, der Kospi sprang um gut drei Prozent nach oben.

Händler verwiesen neben dem Signal aus den USA auch auf Schnäppchenkäufe nach dem jüngsten Ausverkauf. Der Speicherchip-Zulieferer SK Hynix profitiert besonders, weil höhere Serverabsätze die Nachfrage nach Hochleistungsspeicher stützen.

Neuer Finanzchef, Zahlen am 3. November

Das Unternehmen hatte zuletzt bereits gewarnt, der Umsatz im vierten Geschäftsquartal werde nahe am unteren Ende der Prognose liegen. Der aktuelle Sprung hellt das Bild deutlich auf. Zudem hat Super Micro vergangene Woche den früheren Western-Digital-Manager Mark Long zum neuen Finanzchef ernannt.

Die Aktie hatte zuletzt bei 32,47 Dollar geschlossen. Vorbörslich notierte sie bei rund 36,6 Dollar. Die vollständigen Quartalszahlen legt das Unternehmen am 3. November vor. Dann zeigt sich, ob die Marge tatsächlich im angehobenen Korridor von 12,0 bis 12,5 Prozent landet und wie der Ausblick für das Folgequartal ausfällt.